Beschwerde gegen Steuer-Neuregelung
US-Internet-Firmen wie AOL, eBay und Amazon fühlen sich durch die am Dienstag in Kraft getretene Neuregelung der EU-Mehrwertsteuer benachteiligt.
Die neue Regelung verlangt Mehrwertsteuern für Software-, Musik- und Videodownloads, die in Europa über das Internet gekauft werden. Solche Downloads waren bisher nur für Firmen, die in der EU ansässig sind, und für asiatische und Unternehmen mit Niederlassungen in der EU steuerpflichtig.
Bis dato waren digitale Services aus Nicht-EU-Unternehmen im Gegensatz zu materiellen Gütern wie Büchern oder Kameras mehrwertsteuerfrei. Mit dem neuen EU-Gesetz fühlen sich nun jene US-Unternehmen benachteiligt, die keine Niederlassung in Europa haben. Sie müssen in den 15 EU-Ländern unterschiedlich hohe Steuern zahlen und nach der EU-Erweiterung sogar in 25.
Nachdem sich europäische Firmen über die Benachteiligung beschwert hatten, hat die EU die Mehrwertsteuer neu geregelt.
Umsatzsteuer auf kommerzielle DownloadsÄnderung der Praktiken
EU-Konzerne und solche mit Zweigstellen in Europa müssen sich hingegen nur nach der Steuervorgabe des jeweiligen Landes richten, wo ihre Headquarters sind. US-Beamte sind nun besorgt über die "in keinem Verhältnis stehenden Auswirkungen, welche die neuen Regeln speziell auf die US-Wirtschaft haben werden", so Tara Bradshaw, Sprecherin des US-Finanzministeriums.
Die betroffenen US-Firmen haben jetzt keine andere Wahl, als ihre Geschäfte anders durchzuführen. So hat AOL zum Beispiel sein Büro in Luxemburg ausgebaut und kann nun europaweit 15 Prozent Mehrwertsteuer einheben.
Während etablierte US-Anbieter den neuen Regeln nachkommen werden, könnten kleinere Unternehmen dazu gezwungen werden, ihr Geschäft in Europa aufzugeben.
