Microsoft verstärkt Kampf gegen Linux
Nachdem der Softwarehersteller Microsoft Ende Mai in München gegen das freie Betriebssystem Linux verloren hat, rühmt sich der Hersteller nun mit drei neuen Software-Aufträgen in europäischen Städten.
Demnach haben das deutsche Frankfurt, die litauische Hauptstadt Riga und die finnische Stadt Turku entsprechende Verträge für Server-Software sowie Microsoft-Software für Desktop-PCs unterschrieben.
Finanzielle Details zu den Verträgen wurden nicht bekannt, nach eigenen Angaben gewann Microsoft jedoch "die Kopf-an-Kopf-Rennen" gegen mehrere Linux-Distributoren.
Ein Vorvertrag mit Frankfurt dürfte jedoch bereits zeitgleich mit der Münchener Entscheidung unterzeichnet worden sein, in Zukunft das freie Betriebssystem Linux auf 14.000 Rechnern in der Stadtverwaltung einzusetzen.
München steigt auf Linux umÄnderung der PR-Strategie
Während Microsoft bei PCs im privaten Gebrauch noch keine Konkurrenz durch Linux fürchtet, wird der Kampf im öffentlichen Sektor und in Firmen von Seiten des US-Herstellers immer härter geführt.
"Wir sehen nun, in dieser neuen Welt mit dem Linux-Phänomen, die Notwendigkeit gekommen, den Wert unserer Angebote zu verbessern", sagt Wilfired Grommen, General Manager für Microsofts Geschäftsstrategien für Europa, den Nahen Osten und Afrika.
In seiner jüngsten Bekanntgabe unterstrich der Redmonder Konzern vor allem den Sieg gegenüber dem freien Betriebssystem Linux. "Die Welt besteht nicht nur aus Linux. Vielleicht müssen wir das klarstellen", so Grommen.
In München hatte der Softwarehersteller neben starken Rabattangeboten auch Konzernchef Steve Ballmer ins Feld geschickt, um den prestigeträchtigen Vertrag gewinnen zu können. Kurzfristig hatte es danach auch nach einem Sieg für Microsoft ausgesehen.
Microsoft-Etappensieg über LinuxRabatte als Kampfmittel
Um gegen Linux gewinnen zu können, gab Microsoft-Vertriebschef Orlando Ayala in einer vertraulichen E-Mail an die Microsoft-Führungsriege, darunter auch Ballmer, als Strategie Preisdumping vor.
Vor allem bei großen Geschäften wie etwa mit Regierungen sollten alle finanziellen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um die Institutionen davon abzuhalten, sich nach billigeren Alternativen umzusehen.
Ein besonderer Fonds würde auch gewaltige Preisnachlässe abdecken. Wenn notwendig, solle die Software sogar kostenlos verteilt werden. "Verlieren Sie unter keinen Umständen gegen Linux", so Ayala.
Ballmer ruft zum Kampf auf
Ballmer sieht Linux einstweilen als Herausforderung. In seiner
jährlichen E-Mail an 50.000 MS-Mitarbeiter, in der er die
Marktposition des Konzerns zusammenfasst und die Ziele für das
kommende Jahr definiert, sieht er ernste Herausforderungen auf
Microsoft zukommen.
Ballmer sieht Linux als Herausforderung
