02.07.2003

BETRIEBSSYSTEM

Microsoft verstärkt Kampf gegen Linux

Nachdem der Softwarehersteller Microsoft Ende Mai in München gegen das freie Betriebssystem Linux verloren hat, rühmt sich der Hersteller nun mit drei neuen Software-Aufträgen in europäischen Städten.

Demnach haben das deutsche Frankfurt, die litauische Hauptstadt Riga und die finnische Stadt Turku entsprechende Verträge für Server-Software sowie Microsoft-Software für Desktop-PCs unterschrieben.

Finanzielle Details zu den Verträgen wurden nicht bekannt, nach eigenen Angaben gewann Microsoft jedoch "die Kopf-an-Kopf-Rennen" gegen mehrere Linux-Distributoren.

Änderung der PR-Strategie

Während Microsoft bei PCs im privaten Gebrauch noch keine Konkurrenz durch Linux fürchtet, wird der Kampf im öffentlichen Sektor und in Firmen von Seiten des US-Herstellers immer härter geführt.

"Wir sehen nun, in dieser neuen Welt mit dem Linux-Phänomen, die Notwendigkeit gekommen, den Wert unserer Angebote zu verbessern", sagt Wilfired Grommen, General Manager für Microsofts Geschäftsstrategien für Europa, den Nahen Osten und Afrika.

In seiner jüngsten Bekanntgabe unterstrich der Redmonder Konzern vor allem den Sieg gegenüber dem freien Betriebssystem Linux. "Die Welt besteht nicht nur aus Linux. Vielleicht müssen wir das klarstellen", so Grommen.

Rabatte als Kampfmittel

Um gegen Linux gewinnen zu können, gab Microsoft-Vertriebschef Orlando Ayala in einer vertraulichen E-Mail an die Microsoft-Führungsriege, darunter auch Ballmer, als Strategie Preisdumping vor.

Vor allem bei großen Geschäften wie etwa mit Regierungen sollten alle finanziellen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um die Institutionen davon abzuhalten, sich nach billigeren Alternativen umzusehen.

Ein besonderer Fonds würde auch gewaltige Preisnachlässe abdecken. Wenn notwendig, solle die Software sogar kostenlos verteilt werden. "Verlieren Sie unter keinen Umständen gegen Linux", so Ayala.