01.07.2003

HALBJAHR

Virenanzahl um 20 Prozent gestiegen

Virenschreiber suchen immer neue Wege, um möglichst schnell möglichst viele Rechner zu infizieren.

Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat die Zahl der Computerviren um 20 Prozent zugenommen. Das zeigt ein Vergleich mit dem Vorjahr des Anti-Viren-Spezialisten Sophos.

Besonders erfolgreich trieb der "Bugbear"-Wurm sein Unwesen. Da er gleich mehrere Methoden nutzte, um die User zum Öffnen der infizierten Mail zu bewegen, war eine außergewöhnlich schnelle Verbreitung möglich.

Aufmerksamkeit durch aktuelle Betreffzeilen

Beim Ausnutzen von Schwachstellen in Betriebssystemen werden die Virenschreiber zudem immer erfinderischer. Zu den Vertriebskanälen für Viren zählen inzwischen nicht nur E-Mails, sondern auch Tauschbörsen und Chat-Software.

Sophos hat in der ersten Jahreshälfte 2003 3.855 neue Viren entdeckt. Das entspricht einer Steigerung von 17,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Spitzenreiter war die Variante "Bugbear.B", der sich innerhalb von 24 Stunden in 159 Ländern ausbreitete.

"Da 'Bugbear' seinen Inhalt bei jeder Weiterverbreitung verändert und auch noch die Absender-E-Mail-Adresse fälscht, ist er bisher eindeutig der heimtückischste Virus des Jahres", sagte Graham Cluley von Sophos.

An zweiter Stelle liegt "Sobig.C", der im Juni auftauchte und vorgab, von Bill Gates' E-Mail-Adresse zu kommen. Auch aktuelle Ereignisse wie SARS und der Irak-Krieg wurden genutzt, um das Interesse der Nutzer zu erhaschen.

Wer dahinter steckt

In fast allen Fällen seien die Viren-Erzeuger männlich, zwischen 14 und 34 Jahre alt und besessen von Computern, so Sophos-CEO Jan Hruska.

Zudem hätten sie einen chronischen Mangel an Freundinnen und seien sozial nicht integriert.

Das Virenschreiben würde sie fast magisch anziehen, "es ist für sie wie eine Form von digitalem Graffiti", so Hruska.