Siemens entlastet eigene Manager
Siemens hat im Zusammenhang mit der Schwarzgeldaffäre Anschuldigungen gegen zwei Topmanager zurückgewiesen.
Das "Wall Street Journal" hatte in seiner Dienstag-Ausgabe unter Berufung auf Aussagen von Beschuldigten berichtet, Vorstandsmitglied Rudi Lamprecht und Finanzchef Joe Kaeser hätten von den schwarzen Kassen seit Anfang 2005 gewusst.
"Sowohl Joe Kaeser als auch Rudi Lamprecht weisen die verleumderischen Beschuldigungen mit aller Entschiedenheit zurück", teilte Siemens mit.
Hauptversammlung am Donnerstag
Beide seien bisher von der Staatsanwaltschaft nicht kontaktiert worden. "Beide Vorstände machen deutlich, dass sie nicht in diesen Fall involviert gewesen seien. Über die Vorgänge wurden sie im Rahmen der üblichen Informationen des Compliance Officers informiert", hieß es.
Die anstehende Hauptversammlung inmitten der aktuellen Schmiergeldaffäre stößt bei den Aktionären auf reges Interesse. Für die Veranstaltung am Donnerstag lägen rund 30.000 Anmeldungen vor, sagte ein Siemens-Sprecher am Dienstag in München.
Erfahrungsgemäß dürfte knapp die Hälfte davon dann auch an der Hauptversammlung in der Münchner Olympiahalle teilnehmen. Im vergangenen Jahr waren gut 10.000 Anteilseigner gekommen.
Zentrales Thema der Hauptversammlung ist in diesem Jahr der Korruptionsskandal. In einer Reihe von Gegenanträge fordern Aktionärsschützer und Kleinaktionäre, die Konzernführung wegen der Affäre nicht zu entlasten oder die Entlastung zumindest bis zur vollständigen Aufklärung zu vertagen.
In der Kritik wird Siemens-Chef Klaus Kleinfeld auch wegen der Pleite der früheren Siemens-Handysparte BenQ Mobile stehen. Vor Beginn der Hauptversammlung legt Siemens die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2006/07 [30. September] vor.
