Neuer Verdächtiger im Siemens-Skandal
Staatsanwalt ermittelt gegen Ex-Finanzvorstand
Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen den ehemaligen Siemens-Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger. Der Manager werde im Zusammenhang mit dem Schwarzgeld-Skandal als Beschuldigter geführt, sagte Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld am Freitag. Neubürger habe zu Beginn der Woche bei den Ermittlern ausgesagt. Details wollte der Staatsanwalt nicht nennen.
Berater für KKR
Siemens hatte am Donnerstag erklärt, der frühere Vorstand sei auf eigenen Wunsch bei den Strafverfolgern erschienen. Neubürger, der inzwischen als Berater für den Finanzinvestor KKR arbeitet, war zunächst nicht zu erreichen. Mitte Dezember hatte er aber Anschuldigungen zurückgewiesen, er habe von dem System der schwarzen Kassen gewusst.
Der bei Analysten und Investoren hoch geschätzte Neubürger hatte Ende März überraschend seinen Rückzug bei Siemens angekündigt und war Ende September aus dem Technologiekonzern "wegen persönlicher Entscheidungen" ausgeschieden. Zuvor war er für die beiden Konzernchefs Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld der Mann der Zahlen gewesen.
420 Millionen Euro Schwarzgeld
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ein Dutzend Beschuldigte, die bei Siemens rund 200 Millionen Euro zur Seite geschafft und als Schmiergeld eingesetzt haben sollen. Unter den zwischenzeitlich Inhaftierten war auch der frühere Zentralvorstand Thomas Ganswindt. Neubürgers Nachfolger auf dem Posten des Finanzvorstands lässt derzeit 420 Millionen Euro an fragwürdigen Zahlungen intern überprüfen.
(Reuters)
