24.06.2003

DROHUNG

Bildquelle: KL

Weniger Entwicklungshilfe wegen Piraterie

Japan will verschärft gegen illegale Musik- und Videoangebote vorgehen. Die Regierung erwägt, Ländern, die solche Piraterie dulden, mit einer Kürzung der Entwicklungshilfe zu drohen. Das berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag unter Berufung auf das Handelsministerium.

Nach internationalen Erfolgen wie dem Oscar-gekrönten Animationsfilm "Spirited Away" und der "Pokemon"-Serie wolle Japan der unerlaubten Vervielfältigung solcher Videofilm- und Musikproduktionen einen Riegel vorschieben. Das Handelsministerium plane hierzu eine Reihe von Maßnahmen, hieß es.

Unter anderem sollen in einzelnen asiatischen Nachbarländern, wo japanische Animationsfilme enorm populär sind und die Piraterie solcher Produktionen zugleich stark verbreitet ist, auch Büros zur Erfassung von Informationen über illegale Angebote errichtet werden.

Wirksamer Hebel

Die Drohung mit einer Entwicklungshilfekürzung dürfte insbesondere im asiatischen Raum die betroffenen Regierungen unter Druck setzen.

Weltweit ist Japan derzeit das zweitgrößte Geberland hinter den USA, und im asiatischen Raum ist Japan sogar das mit Abstand größte. Dabei setzt Japan seine Entwicklungshilfe traditionell auch als politisches Druck- und Gestaltungsmittel ein.

Piraterieschwerpunkt

Auch die USA haben in ihrer unlängst veröffentlichten Watch-List der Urheberrechtsverletzungen in Südostasien einen Piraterieschwerpunkt ausgemacht: Auf der "Priority Watch List" [PWL] tauchen Indonesien, die Philippinen und Taiwan auf.

Den Philippinen und Taiwan haben die USA sogar mit Maßnahmen wie dem Widerruf von Handelsprivilegien gedroht, sollten diese Länder nicht wirksame Maßnahmen ergreifen.

Und laut der Motion Picture Association [MPA], der Vertretung der größten und wichtigsten Hollywood-Studios, kommen 98 Prozent aller weltweiten Film-Raubkopien aus Asien.