Gesprächsabbruch der Telekoms
Nach über zehn Monaten sind die Verhandlungen zwischen allen fünf Mobilfunkbetreibern, der Telekom Austria und alternativen Festnetzbetreibern über eine gemeinsame Lösung für die Nummernportabilität endgültig gescheitert.
Zu diesem Schluss kommen die Betreiber One, tele.ring, Hutchison und Tele 2, die sich von den Marktführern mobilkom und T-Mobile verhindert sehen.
"Unproduktive Meetings"
"Nachdem bereits am 30. April der Projektleiter wegen fehlenden
Projektfortschrittes bis zur Klärung weitere Meetings für
unproduktiv erklärt hatte, haben One, tele.ring, 3 und Tele2 ihren
Ausstieg aus dem so genannten 'Betreiber-Projekt' beschlossen", so
eine gemeinsame Aussendung der benachteiligten Betreiber.
Hutchison blitzt bei TKK abJunge gegen alteingesessene Betreiber
Während der Verhandlungen unter den Netzbetreibern haben sich zwei Lager mit zwei vollkommen unterschiedlichen Lösungsvorschlägen herausgebildet.
Auf der einen Seite die "jungen Betreiber", die eine Nummernmitnahme innerhalb von 24 Stunden realisieren wollen und Zahlungen des Kunden an das alte Netz ablehnen.
Auf der anderen Seite stehen die Alteingesessenen um mobilkom, T-Mobile und Telekom Austria, die eine Umstellung erst nach sechs Wochen zulassen möchten und wechselwilligen Kunden eine Abgabe verrechnen wollen.
Von der Rufnummernmitnahme, welche die Mitnahme einer Handynummer samt Vorwahl zu einem neuen Betreiber ermöglicht, profitieren naturgemäß vor allem die jungen Betreiber. Sie können mit entsprechenden Preismodellen Kunden eines ansonsten schwer erreichbaren Marktes locken.
Infrastrukturminister soll entscheiden
Infrastrukturminister Hubert Gorbach [FPÖ] soll nun im Grabenkampf vermitteln. Dieser hat Ende April in einem Brief an alle Betreiber einige Eckpunkte einer künftigen MNP-Verordnung vorgelegt, auf die sich die Mobilfunker allerdings nicht einigen konnten.
