09.06.2003

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Bildquelle: fuZo

Neue technische Lösung gegen Piraterie

Der Musikliebhaber, Mathematiker und Betreiber des Online-Museums für Musikinstrumente, Hank Risan, bot den Besuchern seines Webmuseums lange Zeit eine virtuelle Jukebox mit tausenden Songs.

Doch Anfang 2002 trudelte eine Abmahnung der Recording Industry Association of Ameria [RIAA] ein, da die Erlaubnis der Rechteinhaber zum Betrieb der Jukebox fehlte und - weit schlimmer - die Besucher die Musikstücke nicht nur online abhören, sondern mit wenigen Mausklicks auch kopieren konnten.

Risan, der in den 70er-Jahren ein Vermögen an der Börse machte, beschloss daraufhin den Schutz der digitalen Inhalte selbst in die Hand zu nehmen. Der Millionär stellte ein 16-köpfiges Programmierer-Team zusammen und gründete die Firma Music Public Broadcasting. Nach einem Jahr soll nun ein noch nie dagewesener Schutz gegen Piraterie fertig gestellt sein.

Neue Produkte für Rechteinhaber

Die über die Jukebox gestreamten Musiktitel waren zwar verschlüsselt, doch um sie am heimischen Computer hörbar zu machen, mussten sie wieder entschlüsselt werden. Viele Programme machen sich genau dies zu Nutze und fangen die Daten auf ihrem Weg zu den Lautsprechern ab.

Bei der Vorstellung seines neuen Online-Radiosenders im nächsten Monat will Risan eine Technologie vorstellen, die Musik so überträgt, dass die Aufnahme mit dem Computer unmöglich sein soll.

Software, die das Kopieren von CDs und DVDs verhindern, und solche, die bestehende Kopierschutztechnologien noch verstärken soll, wurden bereits vorgestellt.

"Ich war geschockt, wie einfach es ist, heutige Kopierschutztechnologien zu knacken," so Risan. "Da wusste ich, dass ich eine neue Herausforderung hatte."

Rechte genau festlegen

Die neu entwickelte Technologie soll genau diese Wege kontrollieren können und Urheberrechtsinhabern somit erlauben, festzulegen, was kopiert werden darf und was nicht.

Damit dieses Prinzip funktioniert, müssen die Nutzer allerdings die Kontroll-Software [in Zukunft möglicherweise über das Betriebsystem] installiert haben. Und dies würde laut Risan von den Konsumenten nur dann akzeptiert, wenn man dafür auch ausreichend Freiheiten zugestanden bekäme.

Naturgemäß sind Branchenkenner jedoch skeptisch, was die Behauptungen von Risan angeht und wollen erst einmal abwarten, wie sich die Produkte bewähren.

Käufer für seine Software wie etwa Plattenlabels, Filmstudios und anderen Urheberrechtsinhaber, hat Risan noch keine gefunden.