D: Arbeitsagentur löscht unseriöse Arbeitgeber

DATENSCHUTZ
23.12.2009

Persönliche Daten mit fingierten Jobangeboten erfragt

Nach Kritik von Datenschützern hat die deutsche Bundesagentur für Arbeit (BA) ihre Internet-Jobbörse von möglicherweise unseriösen Unternehmen gesäubert. Mehr als 34.000 Arbeitgeber seien überprüft und rund 400 aus der Jobbörse gelöscht worden, sagte eine BA-Sprecherin der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe).

Anfang November war bekanntgeworden, dass eine Berliner Personalberatung rund 2.500 fingierte Arbeitsplatzangebote in den Online-Stellenmarkt eingestellt hatte, um persönliche Daten von Bewerbern zu sammeln. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hatte bereits zuvor krisiert, dass die Jobbörse zu Missbrauch geradezu einlade.

"Nach Daten fischen"

In die Internet-Jobbörse werden nach Angaben der BA täglich 20.000 neue oder geänderte Angebote von Arbeitgebern eingestellt. Firmen können über die Website der BA Stellenangebote ins Internet stellen, selbst verwalten und bei Bedarf bearbeiten oder löschen. Die BA kontrolliert die Angebote mit Hilfe von Computern automatisch auf problematische Inhalte wie etwa sexistische und rechtsradikale Begriffe. In Stichproben nehmen BA-Mitarbeiter auch einzelne auffällige Angebote persönlich unter die Lupe.

"Das sind teilweise gar keine Unternehmen, sondern Einzelpersonen, die sich als Arbeitgeber ausgeben und so nach Daten fischen", sagte ein Sprecher der Nürnberger Behörde am Mittwoch. Die Angebote seien aus allen Branchen und allen Regionen gekommen. "Das scheint ein bundesweites Phänomen zu sein. Und es ist nicht so, dass die nur Traumjobs angeboten hätten."

Strafrechtliche Relevanz prüfen

Nun müsse im Einzelfall geprüft werden, ob dieses Verhalten strafrechtlich relevant sei. "Die entscheidende Frage ist: Gibt es überhaupt Geschädigte?", erläuterte der Sprecher. Möglich sei etwa, dass die Bewerber mit Geldforderungen verbundene Jobofferte oder Angebote von Kredithaien bekommen hätten. Bisher sei der Bundesagentur aber noch kein entsprechender Fall bekannt.

Mehr zum Thema:

(AFP/dpa)