Datendiebstahl und -verlust nehmen zu
Laut einer aktuellen Analyse des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG hat sich die Zahl der von Datendiebstahl und -verlust betroffenen Personen in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt. Seit 2005 stieg die Zahl der Betroffenen weltweit auf 700 Millionen Menschen.
Unternehmensmitarbeiter, die Notebooks oder USB-Sticks verlieren, seien die Hauptschwachstelle, meinte Michael Schirmbrand, Geschäftsführer der KPMG im Bereich IT-Advisory. Aber auch kriminelle Machenschaften wie Spionage spielen eine Rolle.
In jedem fünften Fall ist Diebstahl oder Verlust eines Computers die Hauptursache für das Abhandenkommen von Daten. Weitere Gründe sind laut dem jüngsten "KPMG Data Loss Barometer": Netzwerke und das Internet (14 Prozent), menschliches Versagen (zwölf Prozent), unsachgemäße Entsorgung (zwölf Prozent), Cyberangriffe (elf Prozent) sowie kriminelle Insider (elf Prozent).
Zuwächse bei Wirtschaftsspionage
Seit 2005 erscheint die Studie in halbjährlichen Abständen, eigene Daten aus Österreich weist der Report allerdings nicht aus. "Aus unserer täglichen Arbeit können wir aber sagen, dass die weltweiten Zahlen zu 85 Prozent mit Österreich vergleichbar sind", so Schirmbrand.
Weitere Ergebnisse: Die Zahl der von Cyberangriffen Betroffenen stieg zwischen Jänner und Juni 2009 um acht Prozent. Zurückzuführen sei das auf wachsende Fälle an Wirtschaftsspionage, vor allem in Asien, aber auch auf "Computer-Kids", die sich Zugang zu fremden Daten verschaffen.
Staatliche Stellen besonders betroffen
Jeder vierte Vorfall im ersten Halbjahr 2009 betraf Regierungen und ihre Einrichtungen. Staatliche Einrichtungen gelten somit als unsicherste Branche in Bezug auf Datensicherheit. 38 Prozent der Fälle hatten mit dem Diebstahl oder dem Verlust von persönlichen Informationen zu tun (zum Beispiel Adressen und Geburtsdaten). 26 Prozent betrafen Identitätsnummern wie Sozialversicherungsnummern. Eine Zunahme um zwölf Prozent war beim Diebstahl oder Verlust von Daten in Zusammenhang mit Bankkonten zu verzeichnen.
"Menschen sind das anfälligste Glied"
Signifikant ist laut KPMG-Studie, dass es beim Datenverlust durch die eigenen Mitarbeiter zu einem Anstieg um 68 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gekommen ist. "Die Kombination aus ökonomischem Druck und immer attraktiveren Angeboten von Mitbewerbern und kriminellen Organisationen, die Mitarbeiter zum Datendiebstahl verleiten, kann diesen Anstieg erklären", so Schirmbrand. "Menschen sind meistens das anfälligste Glied in der Sicherheitskette. Unternehmen sollten deshalb verstärkt auf jene Mitarbeiter achten, die Zugang zu sensiblen Daten und Systemen haben."
Eine Erklärung für den generell starken Anstieg an Datendiebstählen und -verlusten sieht Schirmbrand einerseits darin, dass die Leute sensibler im Umgang mit ihren Daten werden, andererseits aber immer mehr Informationen elektronisch gehalten werden.
(APA)
