Bankdaten von britischen Bauern vermisst

BACKUP
30.10.2009

Vorwurf der Vertuschung durch Landwirtschaftsministerium

Der britischen Rural Payments Agency (RPA), die EU-Zahlungen für britische Bauern verwaltet, fehlen drei Backup-Bänder sowie eine CD mit Kontodaten samt Adressen und Passwörtern ihrer Kunden.

In einer offiziellen Erklärung auf ihrer Website gibt die RPA an, dass bei der jüngsten Inventur insgesamt 38 Bänder und eine CD als vermisst deklariert wurden, 35 seien mittlerweile wieder aufgetaucht. Zwei der vermissten Bänder können laut Angaben persönliche Informationen enthalten, eines davon soll defekt sein.

Bänder werden seit längerem vermisst

Die vermissten Bänder wurden von der RPA nicht freiwillig gemeldet, sondern erst aufgrund eines entsprechenden Berichts von "Farmers Weekly". Demnach gingen die Bänder bereits vor einiger Zeit verloren, das letzte Mal wurden sie laut Bericht im Juni 2008 registriert. Erst im Mai soll der Verlust beim IT-Dienstleister IBM aufgefallen sein.

Sowohl Landwirtschaftsministerium als auch RPA erklärten, dass die Daten nicht ohne entsprechende Ausrüstung und Kenntnisse ausgelesen werden könnten.

IBM habe daraufhin das englische Landwirtschaftsministerium (DEFRA) informiert, das seinerseits versucht haben soll, den Datenverlust zu vertuschen, indem es keinerlei Informationen darüber weitergeleitet habe, so der Bericht weiter. Der RPA selbst sollen die Bänder erst diesen September als abgängig aufgefallen sein.

Schuldfrage ungeklärt

Das Landwirtschaftsministerium erklärte gegenüber "Farmers Weekly", dass die Bänder zuerst falsch eingeordnet gewesen seien, und beschuldigte IBM, Betreiber der RPA-Datenzentren, der Misswirtschaft. Laut den Informanten von "Farmers Weekly" waren die Bänder beim Austausch zwischen IBM und dem Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture verloren gegangen.

Die Daten auf den Bändern sind laut Ministerium nicht verschlüsselt. Die RPA erklärte in ihrer Stellungnahme, es gebe bisher keinen Hinweis darauf, dass die Daten in Umlauf gekommen seien. Laut "Farmers Weekly" sind über 100.000 Bauern von dem Vorfall betroffen.

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