Google scannt den Weltraum ein
Mit seiner Beteiligung am Hochleistungsteleskop LSST wird der Suchmaschinengigant Google auch bald ganz genau wissen, wie viele Sternlein stehen. Immerhin gilt es, 30 Terabyte Bilddaten pro Nacht zu verarbeiten.
Wie die Universität von Arizona am Freitag bekannt gab, beteiligt sich Google an Bau und Betrieb des Large Synoptic Survey Telescope [LSST].
Das von einem Konsortium aus Universitäten, privaten Stiftungen und Labors entworfene LSST wird 2013 seinen Betrieb auf dem Berg Cerro Pachon in Chile aufnehmen.
Mit seiner Kamera soll es den Himmel in einer Auflösung von drei Milliarden Pixel aufnehmen. Die Forscher wollen damit Phänomenen wie Supernovas und der Dunklen Materie auf die Spur kommen.
Das LSST-Team möchte "ein Bewegtbild-Fenster" in den Weltraum schaffen und auch schnelle und kleine Objekte wie erdnahe Asteroiden verfolgen.
Google soll dem Projekt dabei helfen, seine gigantischen Datenmengen in den Griff zu bekommen. LSST wird zehn Jahre in Betrieb sein und jede Nacht 30 Terabyte an Bilddaten generieren.
Diese Datenmengen will das Projekt von Google in Echtzeit auswerten lassen. Für die Endverbraucher und Hobbyastronomen könnte dabei ein bewegter "Google Sky" abfallen.
Google Space
Google hat erst am 17. Dezember einen Kooperationsvertrag mit der US-Raumfahrtbehörde NASA unterzeichnet.
Google wird sich allerdings nicht an den Baukosten des 268 Millionen Euro teuren Teleskops beteiligen. Donald Sweeney, der Projektleiter des LSST, sagte der Nachrichtenagentur AP, dass Googles Beitrag noch nicht klar umrissen sei.
Die Agentur zitiert auch Stephen Maran, den Sprecher der American Astronomical Society, der sich Sorgen um eine mögliche Kommerzialisierung des Projekts durch Google macht: "Vielleicht wollen die nur Anzeigen ans Sternbild Orion kleben?"
(futurezone | AP)
