Neues DSLR-Trio von Sony

OPTIK
27.08.2009

Mit einer Vollformat-DSLR zum Preis von knapp 2.000 Euro und zwei Mittelklassekameras mit schnellem AF im Live-View-Modus will Sony den Platzhirschen Canon und Nikon Marktanteile abjagen.

Sony hat am Donnerstag drei neue digitale Spiegelreflexkameras der Alpha-Reihe offiziell vorgestellt. Das neue Oberklassemodell, die Alpha 850, ist im Netz schon seit mehreren Wochen bekannt, nachdem für kurze Zeit eine Anleitung mit technischen Daten von der offiziellen Website von Sony Hongkong heruntergeladen werden konnte. Die neue große Alpha entspricht weitestgehend dem Sony-Flaggschiff Alpha 900. Sie ist um den bereits aus dieser bekannten 24,6-Megapixel-Sensor im 35-mm-"Vollformat" herumgebaut.

Gegenüber der Alpha 900 muss der Nutzer der 850 nur wenige Abstriche machen. Statt fünf Bilder pro Sekunde schafft die 850 nur drei - obwohl auch in ihr zwei Prozessoren der Bionz-Serie stecken. Auch beim Sucher hat Sony etwas gespart, statt 100 Prozent wie in der 900 zeigt der Sucher der 850 nur 98 Prozent des vom Sensor erfassten Bildfelds an. Auf ein hochwertiges Glasprisma muss der 850-Nutzer allerdings nicht verzichten.

Kompatibles Zubehör

Wie die Alpha 900 speichert auch die 850 auf Compact-Flash-Karten und Memory-Sticks. Der Hochformatgriff der Alpha 900 passt auch an die 850, auch die Akkus vom Typ NP-FM500A können in der neuen Kamera verwendet werden. Auch die AF-Feinjustierung für einzelne Objektive hat Sony nicht eingespart, die aufwendige Konstruktion der Spiegelmechanik und der Bildstabilisator wurden ebenfalls aus dem Flaggschiffmodell übernommen. Das AF-System mit zentralem Doppelkreuzsensor entspricht ebenfalls dem aus der Alpha 900. Ob die Software der Kamera gegenüber der 900 angepasst wurde, darüber schweigt sich Sony aus. Da das spritzwassergeschützte Gehäuse der 850 weitestgehend dem der 900 entspricht, fehlt auch ihr ein eingebauter Blitz.

Gegenüber dem wohl wichtigsten Konkurrenzprodukt, der Canon EOS 5 Mark II, fehlt der Alpha 850 die Videofunktion. Ob die in einer DSLR sinnvoll ist, darüber lässt sich freilich vortrefflich streiten. Die unverbindliche Preisempfehlung für die Alpha 850 hat Sony auf 1.999 Euro festgelegt, das sind rund 100 bis 300 Euro weniger als der derzeitige Straßenpreis der Alpha 900. Als Kit-Objektiv zur 850 bietet Sony ein 28-75 1:2,8 mit integriertem Motor an, zusammen kosten die neuen Gerätschaften 2.849 Euro, das neue Objektiv allein ist ab November für 849 Euro erhältlich. Die Fernbedienung, die der 900 noch beilag, lässt sich Sony mit 30 Euro bezahlen, das GPS-Modul CS3KA mit 140 Euro. Die neuen Geräte sollen im Oktober auf den Markt kommen.

Konkurrenz in der Mittelklasse

In der Mittelklasse tritt Sony mit zwei neuen Modellen gegen die Platzhirsche Canon EOS 500D und Nikon D5000 beziehungsweise Canon EOS 50D und Nikon D90 an. Die Alpha 500 und die Alpha 550 sind mit neu entwickelten CMOS-Sensoren der Exmor-Reihe im APS-C-Format ausgestattet, die 12,3 bzw. 14,2 Megapixel Auflösung bieten.

Ein Videomodus fehlt auch diesen beiden Kameras, allerdings greift Sony die Geräte der Marktführer an deren größter Schwachstelle an, und zwar beim Autofokus im Live-View-Modus. Hier verlassen sich sowohl Nikon als auch Canon auf einen äußerst langsamen Kontrast-AF, während Sony im Live View einen Phasenerkennungs-AF einsetzt. Dieser freilich hatte bisher den Nachteil, dass - im Gegensatz zur Darstellung auf herkömmlichen Digicams - nicht 100 Prozent des Live-Sensorbilds auf dem Display der Kamera dargestellt werden konnten. Die beiden neuen Mittelklasse-Sonys haben daher auch einen Kontrast-AF, der sich bei Bedarf zuschalten lässt. Im Gegensatz zur Nikon D5000 haben sie aber kein frei ausschwenkbares Display, die Bildschirme lassen sich, wie von der Alpha 3xx-Serie bekannt, nur nach oben und unten ausklappen. Auch Abblendtaste und Spiegelvorauslösung fehlen, ebenso ein zweites Kontrollrad am Daumen.

Schneller Serienbildmodus, aber kein Video

Die Alpha 500 schafft im Serienbildmodus bis zu fünf Bilder pro Sekunde (vier im Live View), die Alpha 550 bis zu sieben Bilder. Wie alle Alpha-Modelle haben die beiden neuen Geräte einen eingebauten Bildstabilisator. Als Akku kommt auch hier der NP-FM500A zum Einsatz. Für beide Modelle gibt es einen Hochformatgriff (VG-B50AM, 220 Euro), in dem zwei dieser Akkus Platz finden. Mit einer Akkuladung schafft die 500 rund 1.000 Aufnahmen nach CIPA-Standard, die 550 rund 950 Aufnahmen. Die Aufnahmen können auf SD(HC)-Karten oder auf Memory Sticks gespeichert werden.

Die Gehäuse sind ab Oktober erhältlich und kosten 689 Euro (Alpha 500) bzw. 789 Euro. Gemeinsam mit dem Kit-Objektiv SAL18-55 kommen die Geräte auf 799 bzw. 899 Euro.

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