Elektrohändler mit sinkenden Umsätzen
Preisabschläge bei Flachbildfernsehern, Computern und Handys haben die Umsätze im österreichischen Elektrohandel in den ersten sechs Monaten dieses Jahres sinken lassen.
Insgesamt setzten die heimischen Elektro- und Elektronikhändler im ersten Halbjahr 2009 1,6 Milliarden Euro um, um 3,4 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Starke Einbußen haben vor allem die Bereiche Unterhaltungselektronik (minus zehn Prozent), Informationstechnologie (minus sieben Prozent) und Telekommunikation (minus vier Prozent) erlitten, geht aus dem Technical Market Index (Temax) des Marktforschungsunternehmens GfK hervor, der am Montag veröffentlicht wurde.
Die Unterhaltungselektronik, mit 422 Millionen Euro im ersten Halbjahr der umsatzmäßig größte Bereich, musste in den ersten sechs Monaten des Jahres die größten Abstriche hinnehmen. In der wichtigsten Produktgruppe, den Flachbildfernsehern hat die Branche im ersten Quartal bei einem Absatzanstieg von 26 Prozent noch ein Umsatzplus von 2,5 Prozent erzielt.
Weitere Preisreduktionen, vor allem im April und Mai, und eine "anhaltend schwache Performance" der Plasma-Geräte ergaben dann für das zweiten Quartal ein Umsatzminus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Halbjahr gerechnet ergibt sich nun eine Umsatzdifferenz von minus vier Prozent.
Boom bei Heimkinoanlagen
"Erfreulich" sei dagegen die Entwicklung der Heimkinoanlagen gewesen: Die Produktgruppe wies im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 einen Absatzanstieg von satten 34 Prozent auf, während der Umsatz das Vorjahr immerhin um 19 Prozent übertraf.
Trotz eines kurzen Verkaufsanstiegs aufgrund der Umstellung der ORF-Verschlüsselung führen die Set-Top-Boxes das Verliererfeld weiterhin an. Ihr Umsatz liegt 19 Prozent hinter dem Vorjahr zurück. Ebenfalls schwach präsentierten sich die portablen Mediaplayer mit einem Umsatzminus von 17 Prozent. Gewinner im Bereich Unterhaltungselektronik waren Kopfhörer (plus 13 Prozent) und das Mediaplayer-Zubehör (plus 15 Prozent).
Smartphones legen zu
In der Sparte Telekommunikation zählten Smartphones und Modems für Net- und Notebooks zu den Gewinnern. Laut GfK war etwa jedes siebente im ersten Halbjahr verkaufte Handy ein Smartphone, also ein Handy, das den Leistungsumfang eines Mobiltelefons mit dem eines Personal Digital Assistant vereint. Die Nachfrage nach ans Festnetz gebundenen Endgeräten wie Faxgeräte, Telefone und Anrufbeantworter sank weiter. Insgesamt erwirtschaftete der Bereich Telekommunikation im ersten Halbjahr 157 Millionen Euro.
Der Markt für Informationstechnik schrumpfte im ersten Halbjahr zwar um sieben Prozent auf 326 Millionen Euro, dieser Rückgang betraf aber nicht alle Warengruppen gleichermaßen. Nach wie vor sei der Markt für mobile Produkte (Notebooks und Netbooks) mit zweistelligen Absatzzuwächsen "sehr dynamisch", hieß es.
