Umsätze mit Flachbildschirmen sinken
Laut einer Marktstatistik des Instituts EITO werden sich die Umsätze mit Diensten und Produkten der Informations- und Kommunikationstechnologie in der EU erst 2010 wieder leicht erholen. Die Umsätze mit Flachbild-TVs und Digitalkameras werden fallen, stabilisierend wirkt die nach wie vor robuste Mobilfunkbranche.
Der deutsche Hightech-Industrieverband Bitkom hat am Dienstag unter Berufung auf eine Erhebung des European Information Technology Observatory (EITO) gemeldet, dass der EU-Markt für Hochtechnologieprodukte nach einem Rückgang im laufenden Jahr erst 2010 wieder langsam wachsen werde. Das EITO bezieht seine Daten von den Marktforschungsinstituten PAC, IDATE und GfK.
Während der Umsatz mit Produkten und Dienstleistungen aus der Informations- und Kommunikationstechnik 2009 um 1,7 Prozent auf 716,6 Milliarden Euro sinken werde, könne er 2010 um 0,3 Prozent auf 718,6 Milliarden Euro steigen. Die Krise werde die IKT-Branche nicht so stark treffen wie die meisten anderen Industriezweige, so der Verband. Im laufenden Jahr rechneten EU-Kommission und OECD mit einem Rückgang des Buttoinlandsprodukts der Union um vier Prozent.
Telekomindustrie bleibt stabil
Stabilisierend wirke die Telekomindustrie, deren Umsätze mit Produkten und Diensten im laufenden Jahr lediglich um 0,1 Prozent zurückgehen und beinahe das Vorjahresniveau von 362 Milliarden Euro erreichen werde. Der Umsatz im Festnetz werde um 6,8 auf 70,2 Milliarden Euro sinken. Dafür würde der Umsatz mit Internet-Zugängen im laufenden Jahr voraussichtlich um 7,1 Prozent auf 36,3 Milliarden Euro steigen. Der Markt für Mobilfunkprodukte bleibe stabil und werde 109 Milliarden Euro erreichen.
Die Umsätze in der Informationstechnik würden im laufenden Jahr um 2,2 Prozent auf 296 Milliarden Euro fallen. Stark vom Rückgang betroffen sei der Umsatz mit Hardware, der um 6,6 Prozent auf 85,7 Milliarden Euro sinken werde, was auf fallende Produktpreise und Verschiebung von Investitionen bei Firmenkunden zurückzuführen sei. Bei Software und IT-Dienstleistungen werde der Umsatz um 0,3 Prozent auf 210.4 Milliarden Euro sinken.
Der Umsatz mit Outsourcing-Diensten werde aufgrund des herrschenden Zwangs zur Effizienzsteigerung um fünf Prozent auf 65,8 Milliarden Euro steigen.
Crash des Flachbildschirm-Markts
Schrumpfen werde allerdings das Geschäft mit der Unterhaltungselektronik. Hier sei ein Rückgang im laufenden Jahr um 8,2 Prozent auf 58,5 Milliarden Euro Umsatz zu erwarten. Schuld daran sei vor allem der Preisrückgang bei Flachbildschirmen, von denen in der EU mit 42 Millionen Geräten so viele verkauft worden seien wie nie zuvor.
Die sinkenden Preise würden aber für einen Umsatzrückgang im laufenden Jahr um 10,3 Prozent auf 26,3 Milliarden Euro sorgen. Auch die Umsätze mit Digitalkameras, MP3-Playern und Navigationsgeräten würden sinken. Zuwächse seien dagegen bei Blu-ray-Playern, digitalen Set-Top-Boxen und Spielekonsolen zu erwarten.
