27.05.2003

OS-KAMPF

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MS will Neuausschreibung für München

Microsoft hat im prestigeträchtigen Duell zwischen seinem Betriebssystem Windows und der Open-Source-Variante Linux von der Stadt München die Wiedereröffnung der Ausschreibung für die Erneuerung von 14.000 Computern gefordert.

"Wir fordern einen fairen Wettbewerb", so Firmensprecher Hans-Jürgen Croissant.

Der faire Wettbewerb sei außer Kraft gesetzt worden, sagte Croissant. "Unseren Mitbewerbern wurde einseitig die Chance eingeräumt, ihre ursprüngliche Offerte auf der Grundlage detaillierter Kenntnis des Angebots der Microsoft Deutschland GmbH nachzubessern."

Microsoft habe dem Münchner Oberbürgermeister Christian Ude [SPD] "ein in einigen Punkten konkretisiertes bzw. näher spezifiziertes überarbeitetes Angebot zugeschickt".

Persönlicher Einsatz Ballmers

IBM und SuSE Linux wollten dazu keine Stellung abgeben. Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat am Mittwoch.

Ballmer persönlich hatte im April seinen Urlaub in der Schweiz unterbrochen, um Ude von einer Entscheidung für Microsoft zu überzeugen.

Der weltgrößte Softwarekonzern soll zuvor einen Rabatt von 15 Prozent eingeräumt haben, um seinen Konkurrenten Linux auszustechen.

Microsoft besitzt einen eigenen Fonds, der dazu genutzt werden kann, spezielle Preisnachlässe für zum Beispiel Regierungen geben zu können. Wenn notwendig, solle die Software sogar kostenlos verteilt werden.