Reservisten sollen IT-Reform vorantreiben
Deutsche Bundeswehr sucht qualifizierte Mitarbeiter
Ehemalige Soldaten sollen jetzt bei dem in Verzug geratenen Projekt "Herkules" zur Modernisierung der Informations- und Kommunikationstechnik der deutschen Bundeswehr helfen.
Die Firma BWI IT, gegründet von IBM, Siemens und dem deutschen Bund, suche derzeit qualifizierte Mitarbeiter für Planungs- und Montagearbeiten zur Erneuerung der Netze in den Liegenschaften der Bundeswehr, sagte ein Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums am Samstag in Berlin. Um die Gesellschaft bei dieser Suche zu unterstützen, seien 433 Reservisten mit entsprechendem Wissen angeschrieben worden.
Verzögerungen bei "Herkules"
Der "Spiegel" berichtet in seiner neuen Ausgabe, das Projekt "Herkules" steuere auf ein Desaster zu. BWI IT könne das vertraglich fixierte Versprechen nicht halten, der deutschen Bundeswehr bis Ende 2010 rund 300.000 neue Telefone, 140.000 neue Computer sowie ein schnelles Datennetz zu liefern. Das Projekt sei so massiv in Verzug geraten, dass das Ministerium jetzt "Bettelbriefe" an über 400 ehemalige Soldaten verschickt habe mit der Bitte, mit Zeitverträgen bei der BWI IT auszuhelfen.
Der Ministeriumssprecher sprach von einer sehr einseitigen Bewertung. Wie bei fast allen größeren Projekten gebe es in einigen Bereichen Verzögerungen und finanzielle Engpässe. In vielen anderen Bereichen von "Herkules" seien aber die Ziele erreicht worden, einige sogar vorzeitig.
Ein Problem laut "Spiegel" ist, dass eine Fernmeldezentrale in Süddeutschland zwar mit neuen Rechnern ausgestattet wurde, die Befehle oder Informationen schnell aufnehmen können. Die Soldaten müssten die Informationen allerdings ausdrucken, um sie dann über Faxgeräte an rund hundert nachgeordnete Stellen zu verteilen, weil der Aufbau der Datennetze an den Standorten der Bundeswehr bisher nicht vorankomme.
(dpa)
