Patentstreit um Bluetooth-Chips entbrannt
Die Handyhersteller Nokia, Samsung und Panasonic sollen Bluetooth-Chips von CSR verbauen, die gegen Patente eines US-Forschungsinstituts verstoßen.
Das US-Forschungsinstitut Washington Research Foundation wirft den drei Handyherstellern die Verletzung eines Patents für den drahtlosen Kommunikationsstandard Bluetooth vor.
Telefone von Nokia, Samsung Electronics und Panasonic verstießen gegen Patentgesetze, hieß es in der Klage, die das Institut bei einem Gericht in Seattle einreichte.
Britischer Chip-Hersteller CSR betroffen
Dabei geht es vor allem um Geräte, in denen Bluetooth-Chips des britischen Weltmarktführers CSR eingebaut sind. Obwohl das Institut CSR nicht direkt verklagte, reagierten die Aktien des Unternehmens in London mit einem Kursrutsch von gut vier Prozent.
Der CSR-Rivale Broadcom hat dem Institut zufolge das erforderliche Patent erworben. Nokia lehnte am Mittwoch eine Stellungnahme ab, die anderen Firmen waren zunächst nicht zu erreichen.
Die von der österreichischen Schauspielerin Hedy Lamarr in den 40er Jahren mit erfundene Technik des synchronen "Channel Hopping" kommt in vielen digitalen Funktechnologien wie etwa Bluetooth und WLAN zur Anwendung.
Bluetooth von Ericsson entwickelt
Ein Ericsson-Ingenieur gilt als Erfinder von Bluetooth. Ericsson hat die Technologie ohne Patentgebühren vergeben, um einen breiten Markt dafür zu schaffen.
Jedes Jahr werden Hunderte von Millionen Handys und Laptops mit Bluetooth-Chips ausgerüstet. Mittlerweile wird bereits fieberhaft an einem Nachfolgestandard für Bluetooth gearbeitet.
Die beiden Industriegruppen Bluetooth Special Interest Group und WiMedia Alliance haben sich zusammengetan, um Bluetooth endgültig zum Standard für die drahtlose Datenübertragung im vernetzten Heim zu machen.
(Reuters)
