IT-Arbeiter nicht ausreichend qualifiziert
Nach Einschätzung des Düsseldorfer IT-Beratungshauses Harvey Nash leidet Deutschland unter einem Mangel an qualifizierten IT-Fachkräften:
"Es ist kein quantitatives Problem. Wir haben in Deutschland aber ein großes qualitatives Problem. Die Ausbildung der IT-Fachkräfte ist auf Schmalspur zurückgegangen", kritisiert Geschäftsführer Udo Nadolski.
"Wenn man Informatik studiert, werden bestimmte Kernkomponenten der IT-Landschaft überhaupt nicht mehr vermittelt. Heute wird an fast keiner Universität eine Rechnerarchitektur oder Programmiersprache vermittelt, die bei Großrechnern zum Einsatz kommen. Das hat zur Folge, dass die Studienabgänger 40 bis 50 Prozent dessen, was in der IT-Welt in Deutschland heute abläuft, überhaupt nicht kennen", meint er weiter.
Nachfrage nach IT-Jobs soll wieder steigenRatlos vor Großrechnern
Studienabgänger seien getrimmt auf all das, was im Internet läuft, aber das sei nur das "Frontend" des Ganzen.
Wenn man sich eine IT-Architektur anschaue, wo die wirklich kritischen und für den Geschäftsprozess wichtigen Applikationen laufen, seien das alles Großrechner-Applikationen. Dieses Wissensdefizit gelte nicht nur für Studienabgänger, sondern auch für die Ausbildungsberufe, sagt Nadolski.
Auch die freiberuflichen Berater würden sich nur auf bestimmte Technologien spezialisieren. Das ist nach Ansicht von Nadolski eine Einbahnstraße. "Es fehlen in aller Regel die technologiebegleitenden Prozesskenntnisse. Die sind aber unverzichtbar. Sie können kein Softwaresystem beim Kunden einführen, ohne die Geschäftsprozesse zu kennen und daran anzupassen. Die Zeiten, in denen SAP oder IBM kam und sagte: Hier ist ein Softwaresystem, und jetzt, Kunde, richte deine Organisation auf dieses System aus, die sind schon lange vorbei", so Nadolski.
Spezialisten für irgendwelche Systeme seien ausreichend verfügbar, nur die Qualität, das gesamt Paket, das die Leute an Qualifikation mitbringen, stimme nicht.
