21.05.2003

KRISE

SAP-Konkurrenz verhält sich "verrückt"

Der Finanzvorstand des größten europäischen Softwarekonzerns SAP erwartet Anzeichen für eine Markterholung frühestens im zweiten Halbjahr 2003.

Es gebe noch keine Erkenntnisse darüber, ob sich der Investitionsstau bei den Unternehmen nach dem Ende des Irak-Krieges nun wie von vielen erhofft auflöse, sagte Werner Brandt am Dienstag am Rande einer Kapitalmarktkonferenz in Frankfurt.

"Es ist noch zu früh im Quartal, um darüber etwas zu sagen." Frühestens in der zweiten Jahreshälfte rechne er mit Anzeichen für eine Erholung der Nachfrage in der Branche.

"Verrückte" Konkurrenz

Der Preisdruck in der Branche halte unverändert an, sowohl im Wartungs- als auch im Beratungsgeschäft, erläuterte Brandt.

"Teilweise verhalten sich die Wettbewerber vollkommen verrückt und geben Preisnachlässe von bis zu 90 Prozent. Wir machen das nicht mit."

Gleichzeitig müsse sich SAP darauf einstellen, dass die Größe der Aufträge sinke. "Langfristig haben wir es mit kleineren Deals zu tun, wir können uns nicht mehr auf die großen Deals verlassen."

Während SAP früher im Quartalsdurchschnitt 15 bis 30 Geschäfte über jeweils fünf Mio. Euro abgeschlossen habe, seien es im ersten Quartal dieses Jahres nur sechs Aufträge mit einem solchen Volumen gewesen.