SAP erklärt sich für krisenfest
SAP-Vorstandssprecher Henning Kagermann hält den größten europäischen Softwarekonzern SAP auch nach dem Rücktritt des letzten Firmengründers Hasso Plattner für krisenfest:
"SAP kann sich nicht ganz den Markteinflüssen entziehen, ist aber für fast jedes erdenkliche Szenario gut aufgestellt", sagte Kagermann auf der Hauptversammlung in Mannheim.
Mit dem Wechsel von Vorstandssprecher Hasso Plattner in den Aufsichtsrat wird das Walldorfer Unternehmen erstmals in seiner 31-jährigen Geschichte nicht mehr von einem Gründungsmitglied geführt.
Auch wenn die zum Jahresende erhoffte Erholung auf dem Softwaremarkt ausbleibe, sei SAP dafür gewappnet. Der IT-Branche stehe wohl ein weit schwierigeres Jahr bevor als gedacht.
An den Zielen für 2003 - einer Steigerung der bereinigten Umsatzrendite um etwa einen Prozentpunkt auf 23,7 Prozent bei einem moderaten Umsatzwachstum - hielt Kagermann dennoch fest. Das bereinigte Ergebnis je Aktie werde zwischen 3,45 und 3,60 Euro liegen nach 3,08 Euro im vergangenen Jahr.
Letzter Gründer verlässt SAP-VorstandOperatives Ergebnis ausgebaut
Die Trendwende auf dem Markt für betriebswirtschaftliche Standardsoftware werde noch auf sich warten lassen, sagte der Vorstandssprecher weiter und verwies auf einen Marktrückgang von 23 Prozent im ersten Quartal. SAP habe sich aber besser geschlagen als der Wettbewerb.
Der Konzern hatte in den ersten drei Monaten sein operatives Ergebnis um 28 Prozent auf 304 Millionen Euro ausgebaut, und das trotz eines Rückgangs des Umsatzes um acht Prozent.
Vor allem die mittelgroßen Aufträge seien in Europa zuletzt drastisch geschrumpft. Das lasse aber auf schnellere Anschlussaufträge hoffen, sagte Kagermann.
Falls sich die Konjunktur nicht wie erwartet zum Ende des Jahres leicht erhole, "werden wir unsere Schwerpunkte auf den Gewinn von Marktanteilen und die kontinuierliche Verbesserung der operativen Marge legen, ohne bei unserer Produktstrategie Abstriche zu machen", sagte Kagermann.
