IT-Branche erwartet Umsatzminus

DEUTSCHLAND
02.07.2009

Die deutsche IT-Branche stellt sich wegen der Rezession auf ihr erstes Umsatzminus seit 2002 ein. Der Rückgäng soll nach Schätzung des Branchenverbandes BITKOM 2,5 Prozent betragen.

Im laufenden Jahr dürften die Erlöse auf 141 Milliarden Euro sinken, erklärte die BITKOM am Donnerstag in Berlin. Bisher hatte der Verband noch stagnierende Geschäfte angepeilt. "Die Wirtschaftskrise geht an der deutschen Hightech-Industrie nicht spurlos vorbei, trifft sie aber nicht so stark wie viele andere Branchen", sagte BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer. Bereits 2010 erwartet er wieder ein leichtes Plus von 0,3 Prozent auf 141,4 Milliarden Euro.

Umsätze mit Unterhaltungselektronik schrumpfen

Vor allem die erfolgsverwöhnte Branche für digitale Unterhaltungselektronik bekommt nach den Prognosen im laufenden Jahr einen Dämpfer. Erstmals seit Jahren muss sie sich auf schrumpfende Umsätze einstellen; BITKOM rechnet für die Sparte mit einem Minus von 6,5 Prozent. 2008 hatte sie noch ein kräftiges Plus Prozent eingefahren, sie leidet aber unter sinkenden Preisen.

Nach BITKOM-Schätzung werden 2009 zwar erstmals mehr als sieben Millionen Flachbildschirme verkauft. Dennoch dürfte der Umsatz auf diesem wichtigen Markt zurückgehen, denn der Durchschnittspreis für LCD-Fernseher sei im ersten Quartal binnen Jahresfrist um fast ein Fünftel gesunken.

Unternehmen verschieben Investitionen

Die beiden großen Standbeine der Branche, die Informationstechnik und die Telekommunikation, entwickeln sich laut BITKOM uneinheitlich. In der IT dürften die Umsätze um 2,2 Prozent auf knapp 65 Milliarden Euro sinken, im kommenden Jahr dann wieder um 1,3 Prozent anziehen. Während sich Privatkunden mit ihrem Konsum in der Krise kaum zurückhalten, sind Unternehmen laut dem Verband vorsichtiger geworden und verschieben IT-Investitionen.

Der Hardware-Markt dürfte demnach um sieben Prozent einbrechen, auch bei Software sei ein Minus zu erwarten. Das größte Wachstum von sechs Prozent erwartet die Branche bei Outsourcing-Services, wenn Firmen Dienstleistungen auslagern. "In der Krise sind IT-Lösungen gefragt, mit denen Unternehmen effizienter werden und Kosten sparen können", sagte Scheer.

Telekoms unter Preisdruck

Auf dem zweiten Kernmarkt, der Telekommunikation, prognostiziert BITKOM für dieses Jahr ein Umsatzminus von zwei Prozent auf 64,5 Milliarden Euro. 2010 sei ein Rückgang von 0,7 Prozent zu erwarten. Diese Sparte steht weiter unter Preisdruck. Der Markt für Telefongespräche im Festnetz dürfte wie zuletzt kräftig Federn lassen, erwartet der Verband. Auch der Markt für Mobilfunkgespräche werde trotz steigender Nutzerzahlen an Umsatz verlieren. Dagegen boomen mobile Datendienste für Musik und Videos.

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~ Link: IT-Branche in den USA in der Krise (../http://www.fuzo-archiv.at/?id=1503095v2) ~

(Reuters)