Microsoft verteidigt Diskont-Praktiken
Nachdem bekannt wurde, dass Microsoft mit einem speziellen Fond gewaltige Preisnachlässe finanziert um seine Software unters Volk zu bringen, verteidigt nun Jean-Philippe Courtois, MS-Chef für Europa, Afrika und den Nahen Osten, die Praktiken seines Arbeitgebers.
Courtois bestätigte nicht nur das Vorhandenseins des Fonds, zugleich gab er auch an, dass das Geld in ganz Europa eingesetzt werden könne. Er wollte jedoch keine Angaben dazu machen in welchen Ländern genau das Geld derzeit verwendet wird.
Laut Courtois ist der Fund zudem nicht illegal, Microsoft handle dabei im Einklang mit dem Gesetz.
Vor allem bei großen Geschäften wie etwa mit Regierungen sollte laut einem E-Mail von Microsoft-Vertriebschef Orlando Ayala alle finanziellen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um die Institutionen davon abzuhalten, sich nach billigeren Alternativen umzusehen. Wenn notwendig, solle die Software sogar kostenlos verteilt werden. "Verlieren Sie unter keinen Umständen gegen Linux", so Ayala.
Diskont-Offensive gegen LinuxKonkurrenz sieht Dominanzausbau
Die Konkurrenz jedoch sieht in Microsofts Vorgangsweise den versuchten Ausbau der bereits bestehenden Marktdominanz.
Nach EU-Recht sind Preisnachlässe für markt-dominierende Firmen untersagt, wenn diese darauf abzielen, Mitbewerber den Zugang zum Markt zu verwehren, berichtet die "New York Times".
In den letzten Jahren wurden laut EU-Kommission mindestens drei Firmen aufgrund unrechtmäßiger Diskonte mit einer Strafe belegt.
Eine Sprecherin der EU-Kommission wollte zu den Praktiken kein Kommentar abgeben. Derzeit untersucht die Kommission Microsofts Vorgangsweise in Bezug auf seine Marktdominanz bei Server-Software und dem Windows Media Player.
Microsoft sieht "konstruktive Kooperation"
