D: Kein weiterer Personalabbau bei Siemens
Verlängerte Kurzarbeiterregelung reicht laut Betriebsratchef aus
Der Chef des Siemens-Gesamtbetriebsrats in Deutschland, Lothar Adler, hat Spekulationen über bevorstehende weitere Stellenstreichungen zurückgewiesen. Adler hat sich allerdings für eine Arbeitszeitkürzung ausgesprochen. "Es gibt derzeit dazu nicht den geringsten Hinweis", sagte Adler der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". Siemens komme mit der unlängst von der deutschen Bundesregierung um sechs auf 24 Monate erweiterten Kurzarbeiterregelung "bis weit ins nächste Jahr".
Anpassungen "frühestens 2011"
Daher dürfte sich die Frage möglicher Anpassungen des Arbeitsvolumens selbst bei einer unerwartet schwachen Geschäftsentwicklung "frühestens für 2011 stellen", sagte Adler, der auch Mitglied des Siemens-Aufsichtsrats ist.
Betriebsrat für Arbeitszeitverkürzungen
Angesichts der schweren Wirtschaftskrise sind die Arbeitnehmer-Vertreter bei Siemens zu Verhandlungen über Arbeitszeitverkürzungen bereit. "Irgendwann werden wir vor einem Problem stehen, wenn der Abschwung anhält", sagte Adler der "Welt" (Montagsausgabe). Darüber solle im neuen Geschäftsjahr, das im Oktober beginnt, gesprochen werden. Um Einschnitte bei der Belegschaft könne es nicht gehen, sagte Adler. "Wir müssen über eine Verkürzung der Arbeitszeit oder mehr Altersteilzeit sprechen."
Düstere Prognose
JPMorgan-Analyst Andreas Willi hatte zuletzt prognostiziert, dass Siemens weitere 10.000 der zuletzt 416.000 Stellen streichen müsse, weil der Konzern für diese Mitarbeiter keine Arbeit mehr habe. Der Mitte vergangenen Jahres eingeleitete Abbau von knapp 17.000 Arbeitsplätzen reiche nicht aus, hatte Willi argumentiert.
632 Stellenstreichungen bei SIS DE Österreich
In Österreich hatte sich der Arbeitskonflikt bei der Siemens AG Österreich um den geplanten Stellenabbau im Software-Bereich letzte Woche zugespitzt: Der Vorstand bestätigte zuletzt, dass 632 Stellen bei der SIS Business Unit System Development and Engineering (SIS SDE) in Österreich gestrichen werden. Der Betriebsrat will für die Arbeitsplätze kämpfen und drohte mit Streik. Die Siemens-Belegschaftsvertretung in Wien plant außerdem eine Protestaktion während der am Montag stattfindenden Aufsichtsratsitzung der Siemens AG.
(APA/dpa/AFP)
