SIS & CT: Siemens bestätigt Arbeitsplatzabbau
Der Vorstand der Siemens AG Österreich hat bestätigt, dass 632 Stellen im Bereich Software-Entwicklung wegfallen sollen. Am Montag will der Betriebsrat über Kampfmaßnahmen abstimmen lassen.
Der Arbeitskonflikt bei der Siemens AG Österreich um den geplanten Stellenabbau im Software-Bereich spitzt sich zu: Der Vorstand habe heute in einem Mitarbeiterrundschreiben bestätigt, dass 632 Stellen bei der SIS Business Unit System Development and Engineering (SIS SDE) in Österreich gestrichen werden, teilte der Betriebsratsvorsitzende der SIS & CT, Ataollah Samadani, am Freitag mit. Der Betriebsrat will für die Arbeitsplätze kämpfen und droht mit Streik: Am Montag werde bei einer Betriebsversammlung über Kampfmaßnahmen abgestimmt, "das kann auch Arbeitsniederlegungen umfassen".
"Konstruktiver Dialog" vermisst
In einem Rundschreiben habe sich heute der Vorstand der Siemens AG Österreich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewandt und darin den Plan zu einem massiven Stellenabbau im österreichischen Software-Bereich bestätigt. Weitere 632 Mitarbeiter sollen ihren Arbeitsplatz verlieren, zusätzlich zu den 211 Mitarbeitern, die bereits ein früheres Sozialplanangebot angenommen haben und bis spätestens Ende Juni das Unternehmen verlassen. In Summe stünden damit fast 50 Prozent der Jobs im betroffenen Bereich der SIS (frühere PSE) auf dem Spiel, so der Betriebsratschef. Leider könne der Betriebsrat einen "konstruktiven Dialog" seitens der Firmenleitung derzeit nicht erkennen.
In dem Mitarbeiterrundbrief verweist der Siemens-Vorstand auf eine problematische Situation: Schon bisher massiv rückgängige Auftragsvolumina im Bereich Telekommunikation und Automotive würden nun im Zuge der Weltwirtschaftskrise weiterhin reduziert. Diese Auftragseinbrüche führten zu Kapazitätsauslastungsproblemen bei SIS SDE. Dabei handle es sich nicht um einen kurzfristigen konjunkturellen Einbruch, sondern um einen strukturellen Trend.
Dies führe zu drastischen Personaleinsparungen: 632 Stellen bei SIS SDE in Österreich werden gestrichen, durch Aufbau einer Vertriebsorganisation sollen neue Kunden erschlossen werden. Im konstruktiven Dialog mit der Belegschaftsvertretung soll gemeinsam eine faire und sozialverträgliche Vorgangsweise entwickelt werden, heißt es in dem von Siemens-Österreich-Chefin Brigitte Ederer und Vorstand Wolfgang Köppl unterzeichneten Rundbrief.
(APA)
