Warner und BMG könnten fusionieren
AOL Time Warner und Bertelsmann verhandeln zurzeit über eine mögliche Fusion der Musiksparten der beiden Medienkonzerne. Ein Merger würde die beiden Labels Warner Music Group und BMG auf einen Schlag zum zweitgrößten Musikunternehmen machen und zum Marktführer Universal Music aufschließen lassen.
Ein Abschluss des Deals ist jedoch derzeit noch "höchst ungewiss", berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Demnach seien wesentliche Fragen einer Fusion noch nicht geklärt.
Ziel der Verhandlungen ist demnach die Fusion der beiden Musiktöchter zu einem Unternehmen, an dem beide Konzerne jeweils die Hälfte halten. Allerdings sei derzeit weder geklärt, wie viel die beiden Labels jeweils wert sind, noch, wer das neue Label kontrollieren soll.
Fusionsgespräche zwischen Musiklabels sind zurzeit keine Seltenheit. "Viele interessante Parteien in der Industrie sprechen miteinander", so das "WSJ" unter Berufung auf Vertreter beider Unternehmen. Ein weiterer Kommentar zu den Gesprächen wurde von den Medienunternehmen nicht abgegeben. Grund für die Verhandlungen sind vor allem die schlecht laufenden Geschäfte seit der Revolution des Musikvertriebs durch das Internet und die Digitalisierung.
Musik wird öfter gebrannt als gekauftDifferenzen
Warner Music verfügt über einen lukrativeren Katalog an älteren Songs als BMG. Es werde daher schwierig werden, den Wert der beiden Unternehmen auf die gleiche Höhe zu bringen.
Der Marktanteil der beiden liegt in etwa gleichauf, in den USA kommen beide auf rund 16 Prozent. Auch sei Warner-Music-Chef Roger Ames erfahrener im Musikgeschäft als BMG-Chef Rolf Schmidt-Holtz. Es sei aber unklar, ob Bertelsmann bereit ist, die Kontrolle über die Unternehmensführung abzugeben.
Auch eine Genehmigung der Fusion durch europäische Wettbewerbsbehörden erscheint eher ungewiss. Ein Ausschluss des Music-Publishing-Bereichs von dem Merger soll hier die Chancen erhöhen.
