09.05.2003

MICROSOFT

Bildquelle: MS

MS will "Sicherheit" sichtbar machen

Der Statement- und Ankündigungsmarathon Microsofts rund um die "Windows Hardware Engineering Conference" [WinHEC] ist auch am Donnerstag weitergegangen.

Während Firmengründer Bill Gates in einem eher allgemein gehaltenen Appell für eine Neudefinierung der Beziehung zwischen Hard- und Software-Entwicklung plädiert, nannte Produktmanager Peter Biddle weitere Details zur umstrittenen Sicherheitsinitiative "Next-Generation Secure Computing Base" [NGSCB].

NGSCB wurde erst diese Woche auf der WinHEC erstmals öffentlich vorgeführt. Am Donnerstag warb MS-CEO Steve Ballmer in einer Rund-Mail an 500.000 wichtige Kunden und Firmenpartner noch einmal kräftig für NGSCB, das demnach vor allem neue ökonomische Impulse auslösen soll.

Sicherheit im Blick

Laut Biddle werden sich die Fenster von "gesicherten" Anwendungen unter dem Windows-Nachfolger "Longhorn" [ab 2005] durch ein besonderes Design deutlich von "unsicheren" Anwendungen abheben. Dieses Design sollen die Nutzer zudem teilweise individuell gestalten können. Dadurch sollen böswillig modifizierte Dateien und Websites sofort erkennbar sein.

Außerdem soll der Text in den entsprechenden Fenstern nur dann angezeigt werden, wenn sich das Fenster auf der obersten Schreibtischebene befindet. Diese Maßnahme soll laut Biddle bestimmte Spionage-Attacken erschweren.

Microsoft geht prinzipiell davon aus, dass die Nutzer nur bei einigen besonders heiklen Anwendungen die NGSCB-Sicherheitsfunktionen nutzen werden. Das genaue Design der "sicheren" Fenster steht unterdessen noch nicht fest.

Nvidia kündigte auf der WinHEC im Zusammenhang mit NGSCB schon kompatible Grafikchips pünktlich zum "Longhorn"-Start an.

Microsoft ganz umgänglich

Gates sagte unterdessen in einem Interview, dass kommende Computer, die immer stärker in den Alltag integriert und auf immer intuitivere Art bedient würden, eine engere Zusammenarbeit zwischen den Software- und Hardware-Entwicklern nötig machten.

Gates hob dabei hervor, dass die Beziehung zwischen seinem Konzern und Hardware-Entwicklern definitiv partnerschaftlich sei und Microsoft seinen Partnern nichts diktieren würde:

"Wir meinen, dass man das Beste aus beiden Welten nehmen sollte. Wie in der PC-Welt sollten verschiedene Hersteller unabhängig voneinander für eine Vielfalt sorgen. Gleichzeitig sollten aber stimmte Grenzen zwischen uns [den Softwareentwicklern] und ihnen [der Hardwareindustrie] abgebaut werden."