Gericom bleibt in der Verlustzone
Auch für 2007 negatives Ergebnis erwartet
Der börsennotierte Linzer Unterhaltungselektronik- und Notebook-Hersteller Gericom wird heuer bei einem Umsatz von 63 Mio. Euro einen Verlust beim Betriebsergebnis [EBIT] von 30 Mio. Euro verzeichnen.
Für 2007 sei laut dem vom Unternehmensberater Czipin & Partner erstellten Fortführungskonzept ein Umsatz von 75 Mio. Euro und ein negatives Ergebnis von 1,1 Mio. Euro geplant, sagte Gericom-Finanzvorstand Helmut Wiesbauer am Mittwoch im Anschluss an eine außerordentliche Hauptversammlung.
Fortführungskonzept und Auslagerung
Das Fortführungskonzept sehe künftig eine Trennung von alten Geschäftsmodellen und neuen Produkten vor. Es werde gelingen, den geplanten Umsatz von 75 Mio. Euro zu erreichen, sofern entsprechende Voraussetzungen erfüllt werden.
Gericom werde u. a. auch den restlichen Servicebereich inklusive Garantieleistungen an den bisherigen Partner auslagern, der schon zuvor große Teile der Serviceleistungen für Gericom übernommen hatte.
Eine diesbezügliche Entscheidung sei von den Aktionären mehrheitlich getroffen worden. Von der jetzigen Auslagerung seien rund zehn Mitarbeiter betroffen, die teilweise von der Partnerfirma übernommen würden. Für die anderen würden "neue Konstruktionen" gesucht, so Wiesbauer.
Gericom hatte in den ersten neun Monaten 2006 einen Umsatzeinbruch von 160 auf 54 Mio. Euro verzeichnet, der Konzernverlust weitete sich von minus 6,2 auf minus 27,8 Mio. Euro aus. Allein im dritten Quartal wurde ein Verlust von 14,3 Mio. Euro verzeichnet, der Umsatz ging im dritten Quartal von 23 auf 5,7 Mio. Euro zurück.
TV-PC-Kombi als Hoffnungsschimmer
Gericom will im Jahr 2008 an die 100 Mio. Euro umsetzen und die Mitarbeiterzahl bis dahin von 100 auf 150 steigern.
Mit einer neuen Entwicklung, einer Kombination von Fernseher und Computer, erhofft sich das Unternehmen im kommenden Jahr ein Umsatz von 20 Mio. Euro erzielt werden.
Glaubwürdigkeit "kaputt"
Die Glaubwürdigkeit sei "kaputt", ein Qualitätsproblem bei Notebooks - wie vielfach kritisiert - gebe es beim Linzer Unternehmen aber nicht, betonte Firmenchef Hermann Oberlehner. Das "Riesenthema" sei nun, Gericom mit einem Premium-Image zu verbinden.
Das Schlimmste sei, wenn jemand aufgebe zu kämpfen, so Oberlehner: "Dann ist der Kampf verloren." Er wisse zehn bis 15 Mitarbeiter hinter sich, die gleich hoch motiviert seien wie er. Oberlehner: "Die anderen müssen noch überzeugt werden."
(APA)
