Gericom in Turbulenzen
Die Verluste des Linzer Notebook-Herstellers Gericom drohen das halbe Grundkapital zu übersteigen. Nach Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung brach die Aktie ein.
Nach einem schlechten Geschäft im Jahresverlauf könnte der Verlust beim börsennotierten Linzer Notebook-Herstellers heuer das halbe Grundkapital aufzehren. Gericom reagierte auf die wirtschaftlichen Turbulenzen am Freitag mit der Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung.
Wie das Unternehmen mitteilte, wird diese am Mittwoch, 20. Dezember, in Linz stattfinden.
Pflichtbekanntgabe
In Paragraf 83 im Börsengesetz heißt es wörtlich: "Ergibt sich bei Aufstellung der Jahresbilanz oder einer Zwischenbilanz oder ist anzunehmen, dass ein Verlust in der Höhe des halben Grundkapitals besteht, so hat der Vorstand unverzüglich die Hauptversammlung einzuberufen und dieser davon Anzeige zu machen." Die Eigentümer müssen dann entscheiden, wie es mit dem Unternehmen weitergehen soll.
Änderung des Geschäftsfeldes
Die Gericom-Aktionäre sollen unter anderem über die Änderung des Hauptgeschäftsfeldes entscheiden.
Als mögliche Beschlüsse sieht die Tagesordnung eine "Ausgliederung der Unternehmensbereiche Service und/oder Produktion" und "die Änderung des Firmenwortlautes in IIT Services AG" vor.
Umsatzeinbruch
Vor drei Wochen war Gericom nach einem Umsatzeinbruch im dritten Quartal von seinem Gesamtjahresziel abgerückt.
Rapider Preisverfall
Hintergrund dieser Entwicklung ist das unter den Erwartungen gebliebene Geschäft im Bereich Home-Entertainment wie auch der massive Einbruch auf dem Notebook-Markt. In beiden Geschäftsfeldern kam es zu einem rapiden Preisverfall.
Unklarheit über Eigentümerverhältnisse
Über die Eigentümerverhältnisse herrscht derzeit Unklarheit. Der deutsche Konkurrent Medion, der 2004 ein Viertel des Unternehmens übernehmen wollte, beteuerte am Freitag, nach einem Rechtsstreit mit Oberlehner nie Anteile an Gericom besessen zu haben.
Bei Gericom waren am Freitag weder Firmenschef Hermann Oberlehner noch der erst heuer nominierte Finanzvorstand Helmut Wiesbauer erreichbar.
Aktie eingebrochen
Die an der Frankfurter Börse gehandelte Gericom-Aktie wurde am Freitagnachmittag kurzzeitig vom Handel ausgesetzt. Nach der Wiederaufnahme des Handels brach sie drastisch ein.
Das Papier sackte binnen kurzer Zeit um über 16 Prozent auf 0,92 Euro ein, stabilisierte sich dann jedoch bei einem Euro. Seit dem Jahreshoch im März hat die Aktie drei Viertel ihres Wertes eingebüßt.
(APA | Reuters)
