Weiterer Siemens-Ex-Vorstand belastet
Ex-Siemens-Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger soll Wirtschaftsprüfer bei Nachforschungen in der Korruptionsaffäre gestoppt haben.
Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" soll Neubürger nach Aussage eines verhafteten Siemens-Managers auf das Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG eingewirkt haben, Hinweisen auf fragwürdige Zahlungsvorgänge innerhalb der Kommunikationssparte nicht weiter nachzugehen.
Damit gerät in der Siemens-Korruptionsaffäre ein weiteres ehemaliges Mitglied der Topetage des Konzerns in die Kritik. Erst in der vergangenen Woche war der frühere Siemens-Zentralvorstand Thomas Ganswindt verhaftet worden.
Ex-Finanzvorstand dementiert
Neubürger wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. "Ich habe mir absolut nichts vorzuwerfen und habe auch nichts zu verbergen", sagte Neubürger der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Siemens wollte die Vorwürfe gegen Neubürger auf Anfrage nicht kommentieren.
KPMG erklärte, allen bestehenden Berichtspflichten nachgekommen zu sein. Die gesetzlichen Berichtspflichten sähen vor, dass bei Verdachtsmomenten nur Vorstand und gegebenenfalls Aufsichtsrat informiert würden, hieß es seitens der Wirtschaftsprüfer. Alles Weitere sei dann Sache des Unternehmens.
Rückendeckung aus der Politik
Unterdessen gab der deutsche Bundeswirtschaftsminister Michael Glos dem Siemens-Management Rückendeckung. "Ich habe nach wie vor Vertrauen in die Führung des Siemens-Konzerns", sagte Glos der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Der Minister fand aber auch kritische Worte. Der Fall zeige, dass offensichtlich viele Kontrollinstrumente entweder nicht installiert wurden oder versagt haben.
(APA)
