Funknetz Adonis bleibt Politikum
Um "Adonis", das im Aufbau befindliche digitale Funksystem für alle heimischen Blaulichtorganisationen und das Bundesheer, gibt es weiter Streit.
SPÖ-Sicherheitssprecher Rudolf Parnigoni warf Innenminister Ernst Strasser [ÖVP] am Freitag in einer Pressemitteilung vor, bei der Adonis-Ausschreibung die Länder nicht mit einbezogen zu haben, wodurch jetzt "chaotische Zustände" herrschen würden und der Minister "vor den Scherben seiner Politik" stünde. Die SPÖ werde diesbezüglich eine parlamentarische Anfrage einbringen.
Laut Parnigoni wollen immer mehr Blaulichtorganisationen abspringen.
So plane die Feuerwehr, statt 4.000 nur mehr 200 Endgeräte zu bestellen und das Bundesheer wolle sich gänzlich aus dem Projekt zurückziehen. Dies würde dazu führen, dass sich die bisher kalkulierten Kosten bis um das Dreifache erhöhen, fürchtet der SPÖ-Abgeordnete.
Immer weniger Nutzer wollen "Adonis"Betreibergebühr könnte steigen
Das System kann laut Parnigoni nur dann zu erträglichen Bedingungen für den einzelnen Benutzer funktionieren, wenn es die geplanten 80.000 Teilnehmer anschliessen würde.
Dann wäre für jedes Gerät neben dem Anschaffungspreis von rund 600 Euro eine jährliche Betreibergebühr von rund tausend Euro zu bezahlen gewesen.
Wenn die Zahl der Nutzer wesentlich darunter liege, steige nicht nur der Anschaffungspreis sondern auch die Betreibergebühr stark an.
