Leichte Verluste bei Siemens Österreich

14.12.2006

Die österreichische Siemens-Tochter ist laut Chefin Brigitte Ederer vom Schmiergeldskandal in Deutschland "nicht betroffen". Der von ihr verantwortete Konzernteil geht mit leichten Verlusten aus dem Geschäftsjahr.

Ederer sagte am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz, ihr Konzernteil sei nicht vom Schmiergeldskandal betroffen. Daher gebe es diesbezüglich auch "keinen Handlungsbedarf". Bekanntlich flossen einige Finanzströme im Zuge der Schmiergeldaffäre auch über österreichische Konten.

Ederer schließt "Fehlverhalten" aus

"Wir haben strenge Kontrollen und üben seit vielen Jahren diesbezüglich größte Sorgfalt", betonte Ederer, die ein "Fehlverhalten" von Managern in der Siemens AG Österreich sowie den verantworteten Ländern in Osteuropa ausschließt.

Siemens Österreich trägt die Geschäftsverantwortung für die Slowakei, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Rumänien und Bulgarien. Für Siemens Ungarn, wo Mitarbeiter über Scheinfirmen Geld gewaschen und staatliche Entscheidungsträger bestochen haben sollen, ist die österreichische Tochter nicht verantwortlich.

Ungarische Medien berichteten am Dienstag, die Polizei fahnde nach einem Wirtschaftsprüfer, der 2001 mit Hilfe von Obdachlosen Scheinfirmen gegründet haben soll.

Keine Razzien

Das bei Siemens Österreich bestehende Kontrollsystem sei immer wieder überprüft worden. Bei Siemens Österreich habe es auch keine Razzien gegeben wie etwa in der Konzernzentrale in München. Auf mögliche "Schwierigkeiten" mit Kunden auf Grund eines möglichen Imageschadens durch die Schmiergeldaffäre werde man mit Gesprächen reagieren.

Der Umsatz in Österreich und den verantworteten zentral- und osteuropäischen Staaten [CEE] stieg 2005/06 inklusive der im Juli 2005 übernommenen VA Tech, deren Integration Anfang Oktober abgeschlossen wurde, um 49,9 Prozent auf 6,946 Milliarden Euro.

Mehr Aufträge

Der Auftragseingang erhöhte sich um 67,3 Prozent auf 8,130 Milliarden Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit [EGT] erhöhte sich in Österreich und Mittel-Osteuropa um 34,2 Prozent auf 483,6 Mio. Euro.

Die Zahl der Mitarbeiter ging auf Grund des Verkaufs der VA Tech Hydro um 4,5 Prozent auf 31.188 Beschäftigte zurück.

In Österreich ging der Umsatz leicht um 0,6 Prozent beziehungsweise 135 Millionen Euro auf 2,5 Milliarden Euro zurück. Davon entfielen 120 Millionen Euro auf den Verkauf des Handybereichs an BenQ Mobile, der Rest auf die Ausgliederung der Cordless-Produkte und Veräußerung der Logistik-Tochterfirma Dematic.

VA Tech kompensiert Umsatzverluste

Diese Umsatzverluste seien größtenteils durch andere Geschäftsbereiche sowie die dazugekaufte VA Tech wettgemacht worden, berichtete Finanzvorstand Harald Wasserburger.

Das EGT in Österreich erhöhte sich um 8,1 Prozent auf 275,1 Millionen Euro. Der Ergebnisbeitrag der Voest Alpine Industrieanlagenbau [VAI] belief sich dabei auf rund 72 Millionen Euro. Der Auftragseingang wuchs dank einiger Großaufträge der ÖBB und im Kraftwerksbereich um 22 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro.

111.800 Euro Bilanzverlust

Durch die Integration der VA Tech, für die Siemens insgesamt knapp eine Milliarde Euro bezahlte, durch den Verkauf der VA Tech Hydro aber wieder knapp 200 Millionen Euro erlöste, resultiert für die Siemens AG Österreich ein technischer Bilanzverlust von rund 111.800 Euro, nach einem Bilanzgewinn von 195.613 Euro im Jahr 2005. Für 2006/07 hofft Wasserburger wieder auf ein "schönes Ergebnis".

(APA | futurezone)