Gedränge um DT-Funkturmsparte
Die Deutsche Telekom [DT] findet für ihre geplante Trennung von Funkaktivitäten offenbar zunehmend potenzielle Käufer.
Sechs "namhafte" private Kapitalanlagegesellschaften hätten inzwischen Interesse an dem von Branchenexperten mit rund zwei Milliarden Euro bewerteten Funkturm-Geschäft angemeldet, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag aus mit dem Verkaufsprozess vertrauten Kreisen.
Demnach hätten das US-Beteiligungsunternehmen Carlyle Group und die britische Investorengruppe Apax Partners ein Konsortium gegründet. Ferner hätten sich Providence Equity und die Kapitalanlagegesellschaft Permira, die zuletzt den Bezahl-TV-Sender Premiere übernommen hat, für ein mögliches Gebot zusammengeschlossen, hieß es in den Kreisen. Auch die US-Finanzinvestoren Blackstone und Kohlberg Kravis Roberts [KKR] hätten Interesse an der Deutschen Funkturm GmbH bekundet. Die US-Investmentbank Morgan Stanley, von der die DT in dieser Frage beraten wird, habe zahlreiche mögliche Interessenten bereits kontaktiert.
Funkmasten-Verkauf wird vorangetriebenKeine Spekulationen
Der eigentliche Verkaufsprozess habe aber noch nicht begonnen, hieß es in den Kreisen weiter.
Die Verhandlungen dürften Monate in Anspruch nehmen, da ein Verkauf der Funkaktivitäten sehr komplex sei. Schließlich wollten potenzielle Käufer sicherstellen, dass sie die Infrastruktur auch DT-Konkurrenten anbieten könnten.
Während von Providence und Blackstone zunächst keine Stellungnahme erhältlich war, lehnten die übrigen Beteiligten einen Kommentar dazu ab. Ein Telekom-Sprecher sagte auf Anfrage: "Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen."
Reuters hatte Anfang April aus verhandlungsnahen Kreisen erfahren, dass die DT den Verkauf ihrer rund 18.000 Funkstandorte in Deutschland derzeit vorantreibt. Mit der Veräußerung der Funkturm-Palette, die einzelne Mobilfunkantennen auf Hausdächern als auch mehrere 100 Meter hohe Fernsehtürme umfasst, könnte die DT ihre Finanzverbindlichkeiten von zuletzt rund 61 Milliarden Euro weiter reduzieren.
