Funkmasten-Verkauf wird vorangetrieben
Die Deutsche Telekom [DT] soll den Verkauf ihrer rund 18.000 Funkstandorte in Deutschland vorantreiben und dazu an mögliche Interessenten einen Prospekt mit Details der Liegenschaften verschickt haben.
"Die Prospekte sind großflächig verteilt worden," so verhandlungsnahe Kreise. Adressaten seien mehrere prominente Kapitalanlage- und Immobiliengesellschaften.
Der Verkauf der Funkturm-Palette sei jedoch komplex, hieß es weiter. Langfristig sei eine Konsolidierung der Funkstandorte mit den Liegenschaften anderer Mobilfunknetzbetreiber oder Funkturm-Eigentümer sinnvoll.
Die DT wollte sich nicht zu den Angaben äußern. Ein Sprecher sagte, zu Marktgerüchten nehme man keine Stellung.
Mit dem Verkauf könnte die DT Branchenangaben zufolge bis zu zwei Mrd. Euro erlösen, die der hochverschuldete Konzern zum Abbau seiner Verbindlichkeiten von zuletzt 61,1 Mrd. Euro nutzen könnte. Branchenkreisen zufolge hat die Kapitalanlagegesellschaft Permira, die zuletzt den Bezahl-Sender Premiere übernommen hat, Interesse an der Deutschen Funkturm GmbH bekundet.
"Deutsche Telekom in Glaubwürdigkeitskrise"Verkauf bereits bei Gründung geplant
Die DT erwägt bereits seit über einem Jahr, sich möglicherweise sogar von der Mehrheit an der Deutschen Funkturm GmbH zu trennen.
Bereits bei der Gründung der 100-prozentigen Funkturm-Tochter zum Jahresanfang 2002 hatte die DT signalisiert, dass sie das Funkturm-Geschäft für die Kunden innerhalb und außerhalb des Konzerns gemeinsam mit einem Partner betreiben könne. Nach einem Verkauf würde die DT einen Teil der Funkstandorte zur weiteren Nutzung zurückmieten.
In der Funkturm GmbH sind vor allem die 18.000 deutschen Mobilfunk-Standorte der Konzernschwester T-Mobile gebündelt. Zudem gehören zum Portfolio der Firma noch zahlreiche andere Funktürme, die zur Übertragung von Radio-, Fernseh- oder Richtfunk-Signalen genutzt werden.
