25.04.2003

SOFTWARE

Bildquelle: MS

Mit Windows Server 2003 gegen Unix

Mit dem kürzlich veröffentlichten Windows Server 2003 will Microsoft vor allem auf dem High-End-Servermarkt reüssieren, der bis dato vor allem von Unix-Systemen dominiert wird.

Mit der Software könnte Microsoft nach Ansicht vieler Experten tatsächlich der Sturm auf die Rechenzentren gelingen. Dort stehen heute vor allem Unix-Rechner von Sun Microsystems, IBM, HP und anderen Herstellern.

"Ich kann es nicht fassen. Ein Computer mit Windows Server 2003 kann mehr Datenanfragen bewältigen als jeder andere Großrechner auf der Welt", jubelt Microsoft-Chef Steve Ballmer über den neuen Weltrekord des "Superdome"-Rechners von Hewlett-Packard mit 658.277 Transaktionen pro Minute.

Das Marktforschungsinstitut Forrester Research hatte zuletzt die Meinung vertreten, dass Linux am meisten davon profitieren werde, wenn preiswerte Hardware auf Basis der Chips von Intel und AMD immer leistungsfähiger werde.

In einer Umfrage bei 50 Technikchefs von Unternehmen mit jeweils mehr als einer Milliarde USD Jahresumsatz fand Forrester heraus, dass die überwiegende Mehrheit verstärkt auf Linux setzen will. Zuvor hatten bereits Experten von Goldman Sachs vorausgesagt, dass die Linux-Bewegung eine Dominanz von Microsoft auf dem Server-Markt verhindern wird.

Linux im Aufwind

Goldman Sachs rechnet damit, dass der Marktanteil von Microsoft auf dem Markt der Unternehmenssoftware in den kommenden drei Jahren stagnieren wird. Linux dagegen könne seinen Anteil ausbauen.

Open Source als "Krebsgeschwür"

Und die Marktforscher der Meta Group gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2007 etwa die Hälfte aller neuen Server mit Linux betrieben wird. Verstärkt wird dieser Trend durch die Entscheidung der Microsoft- Wettbewerber IBM, Sun und Oracle, immer größere Teile des eigenen Geschäfts auf Linux zu setzen.

In den vergangenen Monaten hatte sich Microsoft schwer getan, die richtigen Argumente gegen Linux zu finden. Ballmer verstieg sich zunächst in polemische Attacken und bezeichnete das hinter Linux stehende Lizenzmodell der Open-Source-Bewegung als "Krebsgeschwür".

Dann legte Microsoft eine selbst in Auftrag gegebene Studie vor, wonach die Gratis-Linux-Lizenz wegen höherer Wartungskosten auf Dauer teuer zu stehen kommen könnte.

Nun scheint sich Microsoft auf eine bewährte Taktik zu besinnen, mit der bereits der "Browser-Krieg" gegen Netscape Ende der neunziger Jahre gewonnen wurde: das Schnüren von Paketen. Künftig sollen verstärkt Office-Anwendungen und Backoffice-Serverlösungen verknüpft werden.