Erste Bilanz zum nö. Mobilfunkpakt

Ein Jahr
11.12.2006

Laut Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll [ÖVP] wurden durch den Mobilfunkpakt 146 Handymasten "eingespart".

"Der Mobilfunkpakt greift" - mit diesen Worten zog Landeshauptmann Pröll gemeinsam mit den an der vor einem Jahr getroffenen Vereinbarung beteiligten Mobilfunkbetreibern eine erste Bilanz.

Demnach erreiche man Schritt für Schritt die formulierten Ziele. Bis dato sei - durch Mehrfachnutzung - der Neubau von 146 Handymasten eingespart worden.

Die Zahlen im Detail

Laut Pröll wurden alle 110 Optimierungsgebiete besichtigt und analysiert. 15 Masten seien bereits abgebaut bzw. deren Abbau fixiert. Die Zahl der ursprünglich 800 einzeln genutzten Standorte sei auf 657 reduziert worden.

29 Masten - zum Teil bereits vor dem Pakt fixiert - wurden in diesem Jahr neu gebaut, 18 davon werden mehrfach genutzt. Die Mehrfachnutzung beim Neubau betrage derzeit 62 Prozent, 2008 sollen die angestrebten 80 Prozent erreicht werden. Der Anteil der Mehrfachnutzung wurde von 37 auf derzeit 50 Prozent erhöht, das Ziel liegt bei 67 Prozent.

Ende November 2005 wurden unter anderem eine Reduktion um mindestens 400 einzeln genutzte Masten, 80-prozentige Mehrfachnutzung bei neu zu errichtenden Masten, Kostenweitergabe an die Kunden, Mitwirkungsmöglichkeit der Gemeinden und Erstellung von Jahresberichten ausverhandelt. 333 niederösterreichische Gemeinden sind dem Mobilfunkpakt beigetreten.

Mobilfunker loben Zusammenarbeit

Die Endkundenpreise seien seit Jahresende 2005 um etwa 9,5 Prozent gesunken, was laut Pröll "zum guten Teil" auf den Pakt zurückzuführen ist. Auch für den scheidenden Chef von T-Mobile Austria, Georg Pölzl, hat die Effizienzsteigerung durch den Mobilfunkpakt zur Preisreduktion beigetragen.

One-Chef Joergen Bang-Jensen sprach von einer guten Entwicklung der Kooperation. Es sei Pröll gelungen, alle großen Mobilfunkbetreiber an einen Tisch zu bringen.

Mobilkom-Chef Boris Nemsic bezeichnete den Pakt als gute Idee: Ob freiwillig oder - angesichts der drohenden bzw. im Juni 2005 im nö. Landtag bereits beschlossenen Abgabe auf Sendeanlagen - unfreiwillig, sei heute egal, die Umsetzung sei ein positives Beispiel für eine vernünftige Zusammenarbeit.

Die geplante Handymastensteuer hatte im Vorjahr bundesweit für heftige Diskussionen gesorgt. Damals hatte der niederösterreichische Landtag über Nacht die so genannte Handymastensteuer beschlossen.

(APA)