MS-Kopierschutz sichert künftig Audio-CDs
Macrovision, ein führender US-Anbieter von Kopierschutztechnologien, hat das "Digital Rights Management"-System [DRM] für Musik-CDs von Microsoft [MS] lizenziert.
Das Unternehmen will den Plattenlabels die Technik künftig als Kopierschutz- und Kontrollmechanismus für Audio-CDs anbieten.
Die Zusammenarbeit mit MS soll die bisherige Zurückhaltung der Plattenfirmen in den USA beseitigen und zu verstärktem Einsatz von Kopierschutzsystemen motivieren. Damit fasst Microsoft auch auf dem DRM-Markt Fuß.
500 Mio. USD in DRM-Entwicklungen investiert
Erstmals vorgestellt wurde der MS-Kopierschutz für Audio-CDs
Anfang des Jahres auf der internationalen Musikmesse Midem in
Cannes. Dort gab MS weiters bekannt, bisher rund 500 Mio. USD in die
Entwicklung von DRM-Systemen investiert zu haben.
Microsoft bringt Audio-CD-Kopierschutz"Dual-Session"-Audio-CDs
Das "Windows Media Data Session Toolkit" [WMDST] teilt die CD prinzipiell in zwei Sektionen: Die eine "normale" CD-Audiospur kann auf dem PC nicht abgespielt werden, während eine andere zwar genau das erlaubt, aber mit verschiedenen Einschränkungen versehen werden kann.
Die Musiklabels können dabei auswählen, welche Songs der CD in welcher Qualität am PC spielbar sein sollen und ob sie kopiert werden können.
Zum Schutz der regulären Audiospur soll dabei der hauseigene Kopierschutz von Macrovision, "CDS" [Cactus Data Shield], zum Einsatz kommen.
Marktführer Macrovision
Im November 2002 übernahm Macrovision die israelischen Entwickler
des Cactus Data Shield, Midbar. Weiters erwarb Macrovision die
Rechte an drei bestehenden und acht beantragten
Kopierschutz-Patenten von TTR Technologies [Entwickler von
SafeAudio].
Macrovision übernimmt MidbarIn Europa wird längst geschützt
In Europa hat die Bertelsmann Music Group bereits Anfang November 2002 angekündigt, ihr gesamtes Musikangebot künftig nur noch kopiergeschützt auszuliefern.
Auch EMI Deutschland gab damals bekannt, dass es nur noch eine Frage von Monaten sei, bis alle CDs weltweit nur noch kopiergeschützt ausgeliefert würden.
Schon zuvor drohten die Plattenlabels mehrmals mit rigorosen Maßnahmen. Doch bisher haperte es bei den einst überschwänglich begrüßten Kopierschutz-Techniken oft an der Umsetzung.
Probleme bereitete einerseits immer wieder die Kompatibilität mit "normalen" CD-Playern, andererseits die teilweise verblüffend einfachen Methoden, mit denen sich ein Schutz umgehen ließ.
