19.01.2003

MIDEM 2003

Bildquelle: Midem/MS

Microsoft bringt Audio-CD-Kopierschutz

Microsoft hat auf der internationalen Musikmesse Midem in Cannes ein eigenes Kopierschutz-Tool für Audio-CDs angekündigt.

Das "Windows Media Data Session Toolkit" [WMDST] teilt die CD prinzipiell in zwei Sektionen: Die eine "normale" CD-Audio-Spur kann auf dem PC nicht abgespielt werden, während eine andere zwar genau dies erlaubt, aber mit verschiedenen Einschränkungen versehen werden kann.

Die Musiklabels können dabei auswählen, welche Songs der CD in welcher Qualität am PC spielbar sein sollen und ob sie kopiert werden können.

Zum Schutz der regulären Audio-Spur können dabei offensichtlich bestehende Kopierschutzsysteme der Musikindustrie zum Einsatz kommen.

Schwieriges Feld

Die exakte Verbreitung von Audio-CDs mit Kopierschutz ist schwer festzustellen, da die Musiklabels in der Regel die Zahlen vertraulich behandeln und die Hersteller der Technologien nur grobe Daten veröffentlichen, die zudem wenig über die echten Verkäufe aussagen.

Im letzten Jahr mehrten sich allerdings Anzeichen dafür, dass die einst überschwänglich begrüßten Technologien zögerlicher zum Einsatz kommen als dies noch 2001 der Fall war.

In Europa berichteten jedenfalls Branchenkenner von einer deutlichen Abnahme der Titel mit Kopierschutz, und in den USA sprachen sogar einige Musikindustrie-Manager offen von enttäuschenden Erfahrungen.

Plattenlabels, die ihre Audio-CDs mit einem Kopierschutz ausstatten, um den Inhalt vor dem Raubkopieren zu schützen und sich so höhere Einnahmen von dem Verkauf der CDs erhoffen, müssen zudem laut den Marktforschern von GartnerG2 mit dem Ärger ihrer Kunden rechnen.

Microsoft-Studie erklärt DRM für sinnlos

Und ausgerechnet eine von Microsoft in Auftrag gegebene Studie hat unlängst auch DRM-Ansätzen [Digital Rights Management] wie dem jetzt vorgestellten WMDST keine wirkliche Chance eingeräumt.

Alle Versuche wären bislang aufgrund technischer Mängel fehlgeschlagen und würden auch kommerzielle und soziale Nachteile mit sich bringen, resümieren die für MS tätigen Computerwissenschaftler Peter Biddle, Paul England, Marcus Peinado und Bryan Willman.

Trotz dieses ernüchternden Ergebnisses, hat MS erst Ende letzten Jahre bekräftigt, im Kampf gegen Milliardenschäden durch das illegale Kopieren von CDs mit der Musikbranche zusammen zu arbeiten.