Geschäft mit UMTS-Erotik wird überschätzt
Auf der Suche nach der "Killerapplikation" bei UMTS-Inhalten nahm man bisher an, dass vor allem Erotikangebote in der Anfangsphase dominieren werden.
Die immer besser werdenden Handy-Displays und die Möglichkeit des diskreten Bezahlens sollten den Weg zum potenziellen UMTS-Goldesel ebnen.
Doch laut den Marktforschern von Strategy Analytics wird der Markt für mobilen Porno-Content massiv überschätzt, bis zum Jahr 2008 soll dieses Segment lediglich eine Milliarde USD umsetzen.
Das bedeutet, dass damit nur fünf Prozent des gesamten Marktumsatzes im Bereich von Wireless-Entertainment erreicht werden.
Pionierarbeit der Erotik-Branche
"Bei neuen Technologien machen Angebote für Erwachsene
normalerweise rund 80 Prozent des Umsatzes aus", so der Chef des
Erotik-Konzerns Private Media Group, Charles Prast. "Das war bei VHS
so, beim Internet und der DVD. Daher ist es nicht weit hergeholt,
das Gleiche vom mobilen Internet anzunehmen."
Erotik soll UMTS-Entwicklung anführenErfolgsbringer: Partnersuche via Handy
Nach Ansicht der britischen Marktforscher werden vielmehr Dating-Dienste zur Partnersuche am mobilen Content-Markt erfolgreich sein.
Dem "Wireless-Porno"-Markt wird dagegen keine große Zukunft vorausgesagt. "Wir glauben, dass das Handy in seiner Funktion als ein Werkzeug für das diskrete Betrachten von Pornographie überschätzt wird", sagte Strategy-Analytics-Forscher Philip Taylor.
Die Pornoindustrie würde die Handys eher zur Kundenbindung als zur Verbreitung nutzen.
Porno für den PDA [Pornographic Digital Assistant]
Die Private Media Group will dieses Jahr auch Erotikinhalte auf
Multimedia-Cards [MMC] vertreiben. Als "elektronisches Magazin"
sollen diese Karten mit "Videoclips, Erwachsenenspielen und
multimedialen Geschichten" bei Usern von Handhelds mit Microsofts
Pocket-PC-Betriebssystem Absatz finden, wahrscheinlich werden auch
Palm-OS-Geräte unterstützt.
"Pornographic Digital Assistant"Internet bleibt Porno-Quelle Nr. Eins
Allgemein würden die Prognosen über die Umsätze für "Wireless Adult Services" von falschen Zahlen ausgehen. Strategy Analytics schätzt den Gesamtmarkt der Pornoindustrie auf vier Mrd. USD, wovon rund 500 Mio. USD online generiert werden.
"Und das ist weniger als die Hälfte dessen, was alleine in Westeuropa mit Klingeltönen erzielt wird", erklärte Strategy-Analytics-Manager David Kerr.
Da so viel Porno-Material frei im Internet verfügbar sei, werde sich die Nachfrage der Konsumenten weiter auf das Web konzentrieren, sagte Kerr.
