19.04.2003

GOLD & ESEL

Bildquelle: fuZo

Geschäft mit UMTS-Erotik wird überschätzt

Auf der Suche nach der "Killerapplikation" bei UMTS-Inhalten nahm man bisher an, dass vor allem Erotikangebote in der Anfangsphase dominieren werden.

Die immer besser werdenden Handy-Displays und die Möglichkeit des diskreten Bezahlens sollten den Weg zum potenziellen UMTS-Goldesel ebnen.

Doch laut den Marktforschern von Strategy Analytics wird der Markt für mobilen Porno-Content massiv überschätzt, bis zum Jahr 2008 soll dieses Segment lediglich eine Milliarde USD umsetzen.

Das bedeutet, dass damit nur fünf Prozent des gesamten Marktumsatzes im Bereich von Wireless-Entertainment erreicht werden.

Erfolgsbringer: Partnersuche via Handy

Nach Ansicht der britischen Marktforscher werden vielmehr Dating-Dienste zur Partnersuche am mobilen Content-Markt erfolgreich sein.

Dem "Wireless-Porno"-Markt wird dagegen keine große Zukunft vorausgesagt. "Wir glauben, dass das Handy in seiner Funktion als ein Werkzeug für das diskrete Betrachten von Pornographie überschätzt wird", sagte Strategy-Analytics-Forscher Philip Taylor.

Die Pornoindustrie würde die Handys eher zur Kundenbindung als zur Verbreitung nutzen.

Internet bleibt Porno-Quelle Nr. Eins

Allgemein würden die Prognosen über die Umsätze für "Wireless Adult Services" von falschen Zahlen ausgehen. Strategy Analytics schätzt den Gesamtmarkt der Pornoindustrie auf vier Mrd. USD, wovon rund 500 Mio. USD online generiert werden.

"Und das ist weniger als die Hälfte dessen, was alleine in Westeuropa mit Klingeltönen erzielt wird", erklärte Strategy-Analytics-Manager David Kerr.

Da so viel Porno-Material frei im Internet verfügbar sei, werde sich die Nachfrage der Konsumenten weiter auf das Web konzentrieren, sagte Kerr.