Google gibt Republikanern Wahlkampftipps
Google-Chef Eric Schmidt hat republikanischen Senatoren Tipps für die US-Präsidentschaftswahl 2008 gegeben - das Web ist dabei unumgänglich.
Schmidts Aussage bei einer Ansprache in Miami war dabei klar: Wenn die Republikaner das nächste Mal gewinnen wollen, müssten sie das Internet besser nutzen.
Er nannte auch mehrere Beispiele, wie das Internet und vor allem Google bzw. YouTube die politische Landschaft verändert hätten, weil es nunmehr für jedermann möglich sei, Informationen schnell und effizient zu verbreiten.
YouTube als Meinungsbildner
Zuletzt war etwa ein Video eines demokratischen Abgeordneten aus Pennsylvania, John Murtha, aufgetaucht, das ihn im Rahmen eines Bestechungsskandals aus dem Jahr 1979 ziemlich schlecht dastehen ließ. Das Material hat wohl seine Wiederwahl verhindert.
"So etwas wird immer und immer wieder passieren, weil die Leute diese neuen Medien verwenden, um zu kommunizieren", erklärte Schmidt den Republikanern, die bei der Wahl am 7. November die Kontrolle über den Kongress an die Demokraten verloren hatten.
Auch der republikanische Senator George Allen machte bereits eine unerfreuliche Bekanntschaft mit der Wirkung von YouTube.
Als er im August auf einer Wahlveranstaltung im US-Bundesstaat Virginia einen indischstämmigen Studenten mit dem in den USA als rassistische Verunglimpfung für Asiaten gebräuchlichen Wort "Makake" bedachte, war der Ausrutscher des US-Politikers bald landesweit bekannt.
Demokraten und "Google-Bombing"
Demokratische Blogger sind dem Vernehmen nach auch für den Erfolg ihrer Partei bei der letzten Wahl verantwortlich. Sie machten sich das "Google-Bombing" zunutze, um kritische Medienberichte über konservative Kandidaten an die Spitze der Suchergebnisse zu bringen.
Dazu werden die Namen der Kandidaten mit den entsprechenden Berichten verlinkt. Da Google die Relevanz von Websites auch an Hand der darauf verweisenden Links bemisst, rücken die Artikel in den Suchergebnissen zu den betreffenden Personen nach oben.
"Lügen sind schneller"
Schmidt erklärte, ohne weiter auszuführen, dass Google solche Methoden künftig ausschalten wolle, genauso wie die Verbreitung falscher Informationen: "Die Wahrheit verbreitet sich schnell im Netz, aber Lügen pflanzen sich noch schneller fort."
Bereits vor einem Jahr hatte Google angekündigt, künftig vermehrt Lobbying in Washington zu betreiben - nun wurde ein eigenes politisches Komitee gegründet.
(futurezone | Reuters)
