06.04.2003

IRAK-KRIEG

Bildquelle: C&C

Selbstzensur bei Game-Charts

"Begeisterte Spieler trennen viel deutlicher zwischen Realität und Fiktion", meint Florian Stangl, Stellvertretender Chefredakteur des Spielemagazins "Gamestar" angesichts des Irak-Kriegs und vieler Spiele-Titel, die den aktuellen TV-Bildern teils frappierend ähneln.

Im Alltag der Redaktion hat der Krieg allerdings deutliche Spuren im Umgang mit Computer- und Video-Spielen hinterlassen, die blutige oder kriegerische Szenarien als Handlungsfeld nutzen: "Wir setzen zur Zeit nicht noch einen oben drauf, und die Hersteller halten es meist ähnlich", sagt Stangl.

Ego-Shootern, die in Wüstengebieten spielen, räumt die Redaktion derzeit nur geringen oder gar keinen Platz ein - "selbst wenn sie gut sind", sagt Stangl.

Bereinigte Charts

Der Umgang der Redaktion mit diesem Thema stößt nach einer Umfrage des Magazins auf große Zustimmung, nur einige Jüngere störten sich daran.

Spiele wie "Command & Conquer Generals" werde von "Gamestar" zum Beispiel sehr neutral behandelt, manche sehr erfolgreiche Titel werden sogar aus den Charts gestrichen:

"Wenn das Spielszenario zu nahe an dem aktuellen realen Geschehen orientiert ist, nehmen wir uns als Redaktion stark zurück."

Dass die Kriegs- und Kampfszenen in den PC-Spielen künftig weniger realistisch ausfallen, hält Stangl für relativ unwahrscheinlich. Amerikanische Entwickler sähen die Problematik ohnehin ganz anders. "Wenn der Krieg für die USA erfolgreich ausgeht, wird es mit Sicherheit viele 'Nachspiele' für PCs geben - aber die Spieler in Deutschland warten nicht unbedingt darauf."