Meteodata meldet Konkurs an
Der oberösterreichische Wetterinformationsdienstleister Meteodata hat am Donnerstag den Konkursantrag gestellt.
Das Unternehmen hatte Ende 2002 einen folgenschweren Musterprozess verloren, in dem es darum ging, ob Drittfirmen Wetterkarten von Meteodata mittels Frame in ihre Website einbauen dürfen.
"Dieses Urteil war für uns vernichtend", so Meteodata-Geschäftsführer Christian Brandstätter. "Es hat uns unsere Geschäftsgrundlage entzogen."
Das Unternehmen sitze nun auf offenen Forderungen in der Höhe von rund sechs Mio. Euro, die "nach diesem Urteil uneinbringbar" seien, so Brandstätter. Es würden mittlerweile sogar Rückforderungen an Meteodata gestellt.
Der OGH hatte den Antrag auf einstweilige Verfügung, die oberösterreichische Baufirma Bernegger Bau dürfe in ihre Website keine Wetterkarten von Meteodata.at mittels Frame einbinden, in letzter Instanz zurückgewiesen.
"Link-Abkassierer" will vor den EuGH"Kunden weigern sich zu zahlen"
"Kunden, die bis jetzt bezahlt haben, weigern sich, dies weiter zu tun." Das "Fehlurteil", so Brandstätter, habe in der Folge dazu geführt, dass auch die Banken ihre Fälligkeiten stellten. Somit sei der Konkurs nicht mehr abzuwenden gewesen.
Meteodata beschäftigt derzeit 17 Mitarbeiter. Wie es nun mit seinem Unternehmen weitergeht, "werden die Konkursrichter entscheiden".
Meteodata hatte in den vergangenen Jahren Hunderten Usern und Website-Betreibern überraschend Rechnungen über beträchtliche Beträge geschickt.
Den Angeschriebenen wurde vorgeworfen, Urheberrechte des Wetterinformationsanbieters durch Einbindung von Wetterkarten in Websites oder auch nur durch das Legen direkter Links auf Wetterkarten [Deep Linking] verletzt zu haben.
"Einschüchterung durch Klagsandrohung"
Eine unbekannte Anzahl von Rechnungsempfängern hat auch prompt
bezahlt. Auch der Internet-Ombudsmann hatte sich bereits der Causa
Meteodata angenommen. Die Forderungen des Unternehmens seien "völlig
überzogen", das Geschäftsprinzip hinter Meteodata bestehe aus
"Einschüchterung durch Klagsandrohung", so Projektleiter Jürgen
Gangoly.
Internet-Ombudsmann reitet gegen Meteodata
