"Adonis"-Betreiber wehrt sich
Der Errichter und Betreiber des bundesweiten neuen Behördenfunknetzes Adonis [Austrian Digital Operating Network for Integrated Services], Master-Talk, ist zuversichtlich, die geplante Nutzerzahl zu erreichen, und dementiert gestiegene Investitions- und Teilnehmerkosten.
"Wir sind entgegen Medienberichten nie teurer geworden", erklärte Master-Talk-Chef Hansjörg Tengg am Donnerstag. Auf einzelne Nutzersegmente, wie das Bundesministerium für Inneres [BMI], könnten anfangs dennoch höhere Tarife zukommen.
Bei Master-Tak ist man siegesgewiss: Das kolportierte mangelnde Interesse hält Tengg für "taktisches Geplänkel, weil man subventionsgewohnt ist und die öffentliche Hand anreizen will". Er sei sehr gelassen, wenn eine Organisation sage, dass sie Adonis nicht brauche: "Bis 2012 wird sie dennoch dabei sein, weil die alten Geräte und Technologien abreifen."
Immer weniger Nutzer wollen "Adonis"Kritik des Innenministeriums
Das Innenministerium krisierte jedoch Master-Talk wegen des Fehlens von Nutzungsverträgen mit Blaulichtorganisationen. Bisher sei nur der Bund "mit an Bord", das Netz sei aber nur sinnvoll, wenn es auch von vielen Organisationen genützt werde, so der Leiter des Projekts im Ministerium, Manfred Blaha.
Das Ministerium sei grundsätzlich schon daran interessiert, Adonis mit Master-Talk umzusetzen, aber "nur, wenn die Bedingungen stimmen", betonte Blaha. Sollte Master-Talk in der nächsten Zeit aber weiterhin keine Verträge mit Blaulichtorganisationen zu Stande bringen, werde man die "Konsequenzen analysieren". Als letzte Konsequenz sei ein Entzug des Adonis-Auftrags denkbar.
"Bis Ende 2012 80.000 Teilnehmer"
Tengg zeigt sich jedoch optimistisch, einschließlich der rund
24.500 vom Innen- und dem Verteidigungsministerium verbindlich
kontrahierten Teilnehmer bis Ende 2005 mehr als 40.000 und "bis Ende
2012 auch sicher 80.000 Teilnehmer" aus dem Bereich "Behörden und
Organisationen mit Sicherheitsaufgaben" [BOS] im Netz zu haben.
Master-TalkDurchgerechnet "unter 1.000 Euro"
Bezüglich der "1.000-Euro-Story" - die kolportierten Betriebskosten pro Gerät und Jahr - sei er selber "mit Missverständnissen konfrontiert, nachdem sich dieser Betrag in den Köpfen festgesetzt hat".
Je später Blaulichtorganisationen in das Projekt einstiegen, desto teurer werde es etwa für das Innenministerium [BMI]. Das BMI als "Lead-Kunde" zahle zwar zuerst mehr, im Laufe der Zeit aber deutlich weniger. Durchgerechnet käme man aber "unter die Benchmark von 1.000 Euro".
Aus den Investitionskosten von rund 310 Mio. Euro für Adonis - zusammen mit Finanzierungs- und laufenden Betriebskosten - würden sich durchschnittliche Jahreskosten von rund 75 Mio. Euro, umgelegt auf 15 Vollbetriebsjahre [2006-2020], ergeben.
Private Teilnehmer großteils ab 2006
Die Erschließung privater Teilnehmer sei erst ab 2006 vorgesehen,
mit Ausnahme von Wien und Umgebung, wo Master-Talk bereits seit
längerem tätig ist.
"Adonis" soll für Private geöffnet werden
