03.04.2003

BEHÖRDENFUNK

Bildquelle: ORF.at

"Adonis"-Betreiber wehrt sich

Der Errichter und Betreiber des bundesweiten neuen Behördenfunknetzes Adonis [Austrian Digital Operating Network for Integrated Services], Master-Talk, ist zuversichtlich, die geplante Nutzerzahl zu erreichen, und dementiert gestiegene Investitions- und Teilnehmerkosten.

"Wir sind entgegen Medienberichten nie teurer geworden", erklärte Master-Talk-Chef Hansjörg Tengg am Donnerstag. Auf einzelne Nutzersegmente, wie das Bundesministerium für Inneres [BMI], könnten anfangs dennoch höhere Tarife zukommen.

Kritik des Innenministeriums

Das Innenministerium krisierte jedoch Master-Talk wegen des Fehlens von Nutzungsverträgen mit Blaulichtorganisationen. Bisher sei nur der Bund "mit an Bord", das Netz sei aber nur sinnvoll, wenn es auch von vielen Organisationen genützt werde, so der Leiter des Projekts im Ministerium, Manfred Blaha.

Das Ministerium sei grundsätzlich schon daran interessiert, Adonis mit Master-Talk umzusetzen, aber "nur, wenn die Bedingungen stimmen", betonte Blaha. Sollte Master-Talk in der nächsten Zeit aber weiterhin keine Verträge mit Blaulichtorganisationen zu Stande bringen, werde man die "Konsequenzen analysieren". Als letzte Konsequenz sei ein Entzug des Adonis-Auftrags denkbar.

Durchgerechnet "unter 1.000 Euro"

Bezüglich der "1.000-Euro-Story" - die kolportierten Betriebskosten pro Gerät und Jahr - sei er selber "mit Missverständnissen konfrontiert, nachdem sich dieser Betrag in den Köpfen festgesetzt hat".

Je später Blaulichtorganisationen in das Projekt einstiegen, desto teurer werde es etwa für das Innenministerium [BMI]. Das BMI als "Lead-Kunde" zahle zwar zuerst mehr, im Laufe der Zeit aber deutlich weniger. Durchgerechnet käme man aber "unter die Benchmark von 1.000 Euro".

Aus den Investitionskosten von rund 310 Mio. Euro für Adonis - zusammen mit Finanzierungs- und laufenden Betriebskosten - würden sich durchschnittliche Jahreskosten von rund 75 Mio. Euro, umgelegt auf 15 Vollbetriebsjahre [2006-2020], ergeben.