Italien geht gegen Google-Video vor

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25.11.2006

Wegen eines auf Google Video veröffentlichten Schikane-Videos wurden in Italien Ermittlungen gegen zwei Mitarbeiter des Konzerns eingeleitet.

Wie am Freitag aus Justizkreisen verlautete, wird den Angestellten der italienischen Google-Niederlassung vorgeworfen, die Überprüfung des Inhalts des Videos verabsäumt zu haben.

In dem Film ist zu sehen, wie vier Jugendliche einen behinderten 17-Jährigen in einer Turiner Schule schlagen und sich über ihn lustig machen. In Italien war mit Entsetzen auf das Video reagiert worden. Gegen die vier Schüler sowie einen Lehrer wird ebenfalls ermittelt.

Google entschuldigt sich

Eine europäische Google-Sprecherin entschuldigte sich für das Leid, das durch die Veröffentlichung des Videos entstanden sei. Nachdem Google über das Video informiert wurde, sei es allerdings umgehend von der Site entfernt worden.

Google unterstütze die italienische Polizei bei ihren Ermittlungen. Nach den Grundsätzen des Unternehmens dürften keine Gewalt-Videos auf Google-Seiten veröffentlicht werden, erklärte die Sprecherin weiter. Da täglich Tausende Videos hochgeladen würden, verlasse man sich dabei weitgehend auf Hinweise von Internet-Nutzern.

Mit der Übernahme des Online-Videoportals YouTUbe ist Google vor kurzem richtig in den Videomarkt eingestiegen.

Verantwortung für Inhalte

Der italienische Bildungsminister Giuseppe Fioroni betonte, für Veröffentlichungen im Internet müssten die gleichen Regeln gelten wie für den Rundfunk und die Presse.

In den USA wird Google rechtlich gemeinhin lediglich als Verbreiter von Informationen eingestuft. Damit hat der Suchmaschinen-Konzern keine redaktionelle Verantwortung für Inhalte auf den automatisch generierten Seiten, muss sich aber wohl mit Rechteinhabern auseinandersetzen.

(APA | Reuters)