Kriegsparteien gegen Sat-Telefone
Die irakischen Behörden stufen den Gebrauch von Satellitentelefonen ab sofort als "verräterischen Akt" ein - bisher war der Besitz "nur" verboten.
Wer sein Handy nicht bei den Behörden abgebe, werde von der Justiz als Verräter zur Rechenschaft gezogen, hieß es in einer am Mittwoch im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung.
Einheimische Spione würden solche Telefone zur Kommunikation mit britischen und US-Geheimdiensten benutzen, hieß es zur Begründung. "Jeder wird sein Telefon zurückbekommen, wenn der Feind mit der Hilfe von Gott vernichtend geschlagen sein wird."
In der Erklärung wurden die Iraker auch aufgefordert, Handybesitzer an die Behörden zu melden. Im Fall einer Festnahme winkt Informanten eine Belohnung von umgerechnet 2.000 USD. Das entspricht einem mehrfachen Jahresgehalt.
Satelliten-Firmen profitieren von Irak-KriegUSA misstrauen Abu-Dhabi-Telefon
Mit dem Schritt der irakischen Behörden wird der Irak langam, aber sicher für Zivilisten zu einer telefonfreien Zone.
Nachdem das Festnetz durch den Krieg immer unbrauchbarer wird, bleiben die Sat-Telefone als die einzige Alternative. Allerdings beschränken auch die USA deren Gerbauch immer weiter:
Nachdem Nachrichtenagenturen schon vorletzte Woche Warnungen von "Experten" verbreitet hatten, nach denen alle Nutzer von Satellitentelefonen im Irak in der Gefahr schweben sollen, zu Bombenzielen der US-Militärs zu werden, wurden vor einigen Tagen alle "eingebetteten" Journalisten aufgefordert, ihre Thuraya-Telefone abzugeben.
Thuraya betreibt eines der drei Satelliten-Telefonnetze, die im Irak derzeit stark benutzt werden. Die Thuraya-Zentrale liegt in Abu Dhabi. Daneben sind Sat-Telefone von Inmarsat und Iridium im Irak in Gebrauch, die US-Militärs sind dabei Kunden von Iridium.
US-Armee verbietet Thuraya-Sat-Telefone
