US-Armee verbietet Thuraya-Sat-Telefone
Nachdem Nachrichtenagenturen schon letzte Woche Warnungen von "Experten" verbreitet hatten, nach denen alle Nutzer von Satellitentelefonen im Irak in der Gefahr schweben sollen, zu Bombenzielen der US-Militärs zu werden, wurden jetzt alle "eingebetteten" Journalisten aufgefordert, ihre Thuraya-Telefone abzugeben.
Thuraya betreibt eines der drei Satellliten-Telefonnetze, die im Irak derzeit stark benutzt werden. Die Thuraya-Zentrale liegt in Abu Dhabi. Daneben sind Sat-Telefone von Inmarsat und Iridium im Irak in Gebrauch, die US-Militärs sind dabei Kunden von Iridium.
Das Verbot der Thuraya-Geräte wurde damit begründet, dass diese eine Positonsbestimmung zulassen, die das irakische Militär ausnutzen könnte.
Die Warnungen der letzten Woche wurden noch anders begründet: Demnach nutzen auch irakische Offiziere Satellitentelefone, und die US-Streitkräfte könnten so Reporter und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen versehentlich als Angriffsziel definieren.
"Satellitentelefone als Bombenziele"Telefone beschlagnahmt
Reuters berichtet von mehreren Journalisten, deren Thuraya-Telefone sogar beschlagnahmt wurden. Anderen Reportern wurde nur der Gebrauch untersagt.
Während die US-Armee beteuert, dass durch die Maßnahmen keineswegs die Berichterstattung aus politischen Gründen behindert werden soll, sieht Reuters auf viele Journalisten an Ort und Stelle gravierende Kommunikations- und Übertragungsprobleme zukommen.
Die Spekulationen über die Möglichkeiten, ein Satellitentelefon exakt zu orten, sind allerdings genauso vage wie vielfältig.
