"Satellitentelefone als Bombenziele"
Nachrichtenagenturen verbreiten derzeit Warnungen von "Experten", nach denen alle Nutzer von Satellitentelefonen im Irak in der Gefahr schweben sollen, zu Bombenzielen der US-Militärs zu werden.
Demnach nutzen auch irakische Offiziere Satellitentelefone und die US-Streitkräfte könnten so Reporter und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen versehentlich als Angriffsziel definieren.
Die Hintergründe der Warnung sind allerdings alles andere als klar und die Spekulationen über die Möglichkeiten, ein Satellitentelefon exakt zu orten, sind so vage und vielfältig, dass die Meldungen eher der Desinformation zuzurechnen sind.
Die Sat-Telefonbetreiber Inmarsat, Thuraya und Iridium haben in den letzten Wochen einen Nachfrageschub erfahren. Die US-Armee ist dabei ein Großkunde von Iridium.
Satelliteneinsatz wird verstärktEinige Meter oder Arizona
Laut den Betreibergesellschaften können ihre Sat-Telefone nur sehr ungenau geortet werden. Dabei schwanken die Angaben allerdings zwischen "einigen Kilometern" und "irgendwo in Arizona" [Iridium]. Die Geräte von Thuraya [Vereinigte Arabische Emirate] verfügen zudem über eine GPS-Funktion - diese muss aber vom Nutzer aktiviert werden.
Mittels Triangulation, also der gleichzeitigen Peilung von drei oder mehr Standorten aus, sollen die US-Militärs aber angeblich in der Lage sein, den Standort eines Sat-Telefons bis auf wenige Meter einzugrenzen.
