Warnung vor Columbia-Absturz ignoriert
Die Raumfähre Columbia ist nach jüngsten Erkenntnissen bereits mit einem beschädigten Flügel in die Atmosphäre eingetaucht und dann explodiert. Das zeigte nach Presseberichten vom Dienstag die erste Auswertung des kürzlich entdeckten Datenrecorders der Columbia.
Zugleich wurde bekannt, dass ein NASA-Ingenieur eine Woche vor dem Unglück am 1. Februar seine Vorgesetzten vergeblich aufgefordert hatte, Satellitenfotos machen zu lassen, um mögliche Defekte am Flügel zu überprüfen.
Der Leiter der Ermittlungskommission, Ex-Admiral Harold Gehman, erklärte, die Daten untermauerten, dass Probleme am Rand des linken Flügels auftauchten. Der Datenrecorder liefere Hinweise auf eine Überhitzung in diesem Bereich, als die Fähre noch in der obersten Atmosphärenschicht war.
Nach bisherigen Erkenntnissen war beim Start der Fähre ein Isolierstück von einem der Außentanks abgebrochen und mit dem linken Flügel kollidiert. Die NASA hatte nach dem Start eine Schadensanalyse vorgenommen und auch den Boeing-Konzern damit beauftragt und war dann zu dem Schluss gekommen, dass keine Gefahr bestehe.
Columbia-Datenrecorder wird untersuchtIngenieur hat gewarnt
Am Dienstag wurde bekannt, dass der NASA-Ingenieur in E-Mails dringend dazu geraten hatte, das Shuttle von Satelliten aus fotografieren zu lassen, um mögliche Defekte auszumachen. Das nicht zu machen "grenzt an Unverantwortlichkeit", schrieb der Ingenieur.
Die NASA-Manager hatten das damals mit der Begründung abgelehnt, es gebe keinen "außergewöhnlichen Grund", die Satelliten dafür neu zu programmieren. Nach Angaben der "Washington Post" seien für die Aufgabe vor allem Spionagesatelliten in Frage gekommen.
