02.04.2003

UNTERSUCHUNG

Bildquelle: NASA

Warnung vor Columbia-Absturz ignoriert

Die Raumfähre Columbia ist nach jüngsten Erkenntnissen bereits mit einem beschädigten Flügel in die Atmosphäre eingetaucht und dann explodiert. Das zeigte nach Presseberichten vom Dienstag die erste Auswertung des kürzlich entdeckten Datenrecorders der Columbia.

Zugleich wurde bekannt, dass ein NASA-Ingenieur eine Woche vor dem Unglück am 1. Februar seine Vorgesetzten vergeblich aufgefordert hatte, Satellitenfotos machen zu lassen, um mögliche Defekte am Flügel zu überprüfen.

Der Leiter der Ermittlungskommission, Ex-Admiral Harold Gehman, erklärte, die Daten untermauerten, dass Probleme am Rand des linken Flügels auftauchten. Der Datenrecorder liefere Hinweise auf eine Überhitzung in diesem Bereich, als die Fähre noch in der obersten Atmosphärenschicht war.

Ingenieur hat gewarnt

Am Dienstag wurde bekannt, dass der NASA-Ingenieur in E-Mails dringend dazu geraten hatte, das Shuttle von Satelliten aus fotografieren zu lassen, um mögliche Defekte auszumachen. Das nicht zu machen "grenzt an Unverantwortlichkeit", schrieb der Ingenieur.

Die NASA-Manager hatten das damals mit der Begründung abgelehnt, es gebe keinen "außergewöhnlichen Grund", die Satelliten dafür neu zu programmieren. Nach Angaben der "Washington Post" seien für die Aufgabe vor allem Spionagesatelliten in Frage gekommen.