IT- und Telekombranche kritisiert Politik
Heimische IT- und Telekomunternehmen haben bei einer Podiumsdiskussion in Wien die fehlenden Strukturen kritisiert, um die Ankündigungen der Politik auch umzusetzen.
Die heimischen IT- und Telekomunternehmen sind von der Politik enttäuscht. "Wir sind Weltmeister im Verfassen von Masterplänen, Expertisen und Studien. Wirtschaftspolitische Taten folgen diesen Ankündigungen leider bisher viel zu selten", sagte Wirtschaftskammer-Experte Rene Tritscher bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community Donnerstagabend in Wien. Nun gelte es, vom Analyse- zum Umsetzungsweltmeister zu werden. Allerdings fehlten dafür die notwendigen Strukturen.
"Viele Forderungen kosten keinen Cent"
Derzeit sei jedenfalls die "Dramatik der Situation" vielen nicht bewusst. "Die Umsetzung vieler Forderungen der IT- und Telekombranche kostet keinen Cent, trotzdem wird sie seit Jahren auf die lange Bank geschoben", so Tritscher. Beispielsweise könnte an den regulatorischen Rahmenbedingungen geschraubt oder der Infrastrukturausbau, bei dem sehr oft mit Einsprüchen zu kämpfen sei, erleichtert werden.
Bemühungen um IKT-Kompetenzzentrum
Derzeit gebe es intensive Bemühungen um ein IKT-Kompetenzzentrum im Bundeskanzleramt, das Regierungsbeschlüsse vorbereiten soll, beruhigte Kurt Gartlehner, Sprecher des SPÖ-Klubs für Industrie und Technologie. Das Kompetenzzentrum befinde sich in einer konkreten Umsetzungsphase.
"Ich erwarte mir sehr viel davon", so Gartlehner. "Es gibt extrem viel zu tun. De facto hat es jetzt zwei Jahre Stillstand gegeben", ergänzte Karin Hakl, Sprecherin des ÖVP-Klubs für Innovation und Telekommunikation. Forderungen nach einem IKT-Ministerium wies Hakl aber zurück: "Das wird immer eine Querschnittsmaterie bleiben. Eine zentrale Koordinierungsstelle ist aber notwendig."
(APA)
