Online-Rating für Englands Hausärzte

WETTBEWERB
30.12.2008

Das britische Gesundheitsministerium plant, ein Online-Bewertungssystem für Hausärzte einzuführen. Analog zu Amazon sollen Patienten dort öffentlich Kompetenz und Manieren der Ärzte bewerten.

Der britische Gesundheitsminister Ben Bradshaw erklärte gegenüber der Tageszeitung "Guardian", dass ähnlich wie beim Online-Händler Amazon und Reisewebsites die Nutzer auf der Website Kommentare über ihre Erfahrungen mit den jeweiligen Ärzten abgeben sollen.

Auf diese Weise sollen die Hausärzte unter Druck gesetzt werden, ihr Service zu verbessern, damit die Patienten nicht in eine andere Ordination abwandern. Ein vergleichbares System ist bereits für Spitäler und Behandlungsmethoden online.

Laut Bericht sollen die Kommentare moderiert werden, wobei auch anonyme Kommentare möglich sein sollen. "Ich würde niemals auf eine Reise gehen, ohne mir vorher Informationen zu besorgen. Etwas Vergleichbares müssen wir auch im Gesundheitssystem tun", so Bradshaw.

Ärzte nicht begeistert

Die britischen Hausärzte sind von der Idee wenig begeistert: "Das ist der falsche Weg. Wenn ich zum Beispiel bei einer viralen Infektion keine Antibiotika verschreibe, weil ich davon überzeugt bin, dass das richtig ist, werden die Leute schreiben, dass ich ein Idiot bin. Ich bin aber nicht dazu da, die Leute glücklich zu machen, sondern gesund", so der Vorsitzende der Vereinigung der britischen Hausärzte. Zudem könnten die Ärzte versucht sein, die Patienten wie bei TV-Ratingshows um ihre Stimme zu bitten.

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